Subtypen wie BA 2.12.1

Schnell, schneller, Omikron – immer neue Subtypen auf dem Vormarsch

Düsseldorf - 26.04.2022, 13:30 Uhr

Zahlen des CDC belegen, wie der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 sprunghaft zunimmt. Unterdessen beobachtet man in den USA die signifikante Zunahme einer weiteren Sublinie: BA 2.12.1. (c / Quelle: JPWeiland / Twitter) 

Zahlen des CDC belegen, wie der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 sprunghaft zunimmt. Unterdessen beobachtet man in den USA die signifikante Zunahme einer weiteren Sublinie: BA 2.12.1. (c / Quelle: JPWeiland / Twitter


Leichterer Zelleintritt, stabileres Spike-Protein und mehr Viren bei Omikron

Beispiele der besseren Anpassung bei Omikron sind zum einen das deutlich veränderte Spike-Protein der Variante. Es ist vollkommen anders gefaltet und strukturiert als die Spike-Proteine der anderen Varianten. Das bedeutet nicht nur, dass es dem Immunsystem entkommt (Immunescape), weil gegen ältere Varianten gebildete Antikörper viel schlechter oder gar nicht binden. Dazu kommt, dass das Omikron-S-Protein auf einen Co-Rezeptor beim Eintritt in die Zelle verzichten kann. Benötigten Alpha, Beta, Gamma und Delta etwa neben dem Rezeptor ACE2 (Angiotensin-konvertierendes Enzym 2) noch das Transmembranprotein TMPRSS2 (Transmembrane Serin Protease 2), um in die Zelle zu gelangen, genügt Omikron nur noch ACE2.

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Außerdem besitzt Omikron durch mehrere Mutationen stabilere und damit mehr Spike-Proteine auf seiner Oberfläche. Eine weitere Anpassung, die gleichzeitig zu mehr Virenverbreitung und gleichzeitig weniger schwerem Verlauf führt, ist, dass sich die Omikron-Variante besonders in den Zellen der oberen Atemwege vermehrt, statt wie die anderen Varianten in den Zellen in den Tiefen der Lunge. Das bedeutet mehr infektiöse Partikel, die ausgehustet und ausgeatmet werden und gleichzeitig weniger Schäden am Gewebe der Lunge.

Das Virus bleibt unberechenbar

Ob SARS-CoV-2 mit Omikron und seinen Subtypen so nun dabei ist, entsprechend endemisch, aber eher harmlos zu werden, wie einige Experten vermuten, ist allerdings spekulativ. Das Virus bleibt eher unberechenbar, wie auch Bundesgesundheitsminister (und promovierter Epidemiologe) Karl Lauterbach regelmäßig etwa in seinen Tweets auf Twitter erklärt.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass im weiteren Verlauf der Pandemie schnell vollkommen neue Varianten auftauchen. Omikron etwa, das sich mit über 50 signifikanten Mutationen deutlich von seinen Vorgängern, dem Wuhan-Wildtyp, Alpha, Beta und Gamma unterscheidet, kam gewissermaßen aus dem Nichts. Es lässt sich nicht unmittelbar über Zwischenstufen von den anderen bekannten Varianten ableiten. Dementsprechend kann eine noch stärker veränderte Variante theoretisch jederzeit auftauchen.

Als eine mögliche Quelle gelten Langzeitinfizierte, deren Immunsystem geschwächt ist und in deren Körper über Monate hinweg in immer neuen Virusgenerationen neue Mutationen entstehen können. Erst vor kurzem zeigten britische Forscher des King’s College London, dass ein Patient 505 Tage lang bis zu seinem Tod positiv auf COVID-19 getestet wurde. Unter den analysierten Viren aus seinem Blut fanden sich etliche mit mindestens zehn Mutationen. Die Forscher stellten ihre Ergebnisse im April 2022 beim Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Portugal vor. Dabei hieß es, dass ein weiterer Patient diesen 505-Tage-Rekord Anfang Mai vermutlich noch überbieten wird.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Ach Was!

von Stefan Haydn am 26.04.2022 um 19:17 Uhr

Dank der FDP ist die Pandemie doch beendet.
Corona gibt es nicht mehr.

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