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Corona-Test aus der Apotheke?
Neuer Antikörpertest für Zuhause sorgt für Verwirrung - BMG positioniert sich
Ohne eine Blutentnahme beim Arzt kann jedermann ab sofort einen Test auf Corona-Antikörper selbst durchführen, wenn er dafür Geld ausgibt. Das Test-Set soll ab sofort in Apotheken erhältlich sein. Doch dürfen diese den Test überhaupt verkaufen? Normalerweise sind Selbsttests zum Nachweis von Infektionen nach IfSG nur zur Abgabe an Fachpersonal bestimmt, nicht an Laien. Einzige Ausnahme ist der Selbsttest auf HIV. Ist es bei Aproof anders? Auf Anfrage von DAZ.online gibt das Bundesministerium für Gesundheit einer erste Einschätzung ab.
Einfach, schnell und zuverlässig soll er sein – der neue Antikörper-Test „AProof“ aus Sachsen, der ab dem heutigen Dienstag als zugelassenes Medizinprodukt bundesweit in den Apotheken erworben oder online bestellt werden kann. Für 49 Euro bekämen die Anwender demnach Gewissheit, ob sie schon mit SARS-CoV-2 infiziert waren und Antikörper gebildet haben, verspricht die Firma Adversis Pharma, die den Test gemeinsam mit dem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig entwickelt hat und vertreibt. Gerade in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen könne der Test genutzt werden, Risikogruppen noch besser zu schützen, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz zur Markteinführung in Leipzig. Zudem gewinne die Wissenschaft „wertvolle Daten, um besser abschätzen zu können, wie viele Menschen in welchen Regionen zwischenzeitlich eine Infektion durchgemacht haben“.
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Wie funktioniert der Test? „Alles was es dafür braucht, sind wenige Tropfen Blut, die auf einen Teststreifen gegeben werden. Sobald das Blut getrocknet ist, kann der Teststreifen an ein Labor geschickt werden. Jedem Test-Set liegt ein individueller Zugangscode bei, unter dem man sich registriert und das Ergebnis online abrufen kann“, erklärte Professor Jörg Gabert von Adversis Pharma.
Auch Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) war bei der Vorstellung des neuen Tests dabei. Für ihn ist die Entwicklung des Antikörpertests „ein gutes Beispiel dafür, wie sich Innovationskraft im Freistaat entfaltet. Dass es gelungen ist, binnen weniger Monate von der Idee zum fertigen Anwendertest zu kommen, macht deutlich, wie zielorientiert alle beteiligten Forscher, Unternehmen, Behörden und Zertifizierungsstellen hier gearbeitet haben. Darauf können alle sehr stolz sein“. Kretschmer sagte, er habe den Test bereits durchgeführt und warte nun „gespannt auf das Ergebnis“.
Test gibt Apotheken Rätsel auf
Für die Apotheken stellt sich jedoch die Frage, ob sie das Test-Set überhaupt verkaufen dürfen, ohne sich juristisch auf Glatteis zu begeben. Die ABDA äußert sich auf Nachfrage der DAZ skeptisch: „Unsere Rechtsauffassung ändert sich nicht dadurch, dass ein Hersteller einen neuen Test auf den Markt bringt. Allenfalls könnte es sein, dass ein Test andere Eigenschaften als bisherige aufweist und deshalb anders einzustufen wäre. Sofern allerdings auch der genannte Test rechtlich als In-Vitro-Diagnostikum i.S.d. § 3 Nr. 4 MPG einzustufen ist – dieser Begriff umfasst nämlich laut Legaldefinition ausdrücklich auch Probebehältnisse, die zur Aufnahme von Körperproben für eine spätere In-Vitro-Untersuchung bestimmt sind –, würde eine Abgabe in Apotheken aller Voraussicht nach gegen § 3 MPAV verstoßen.“
5 Kommentare
Corona Selbsttest
von WB am 16.09.2020 um 11:02 Uhr
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sinnlose Wortklauberei
von Dr. Ralf Schabik am 03.09.2020 um 8:13 Uhr
» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten
AW: sehr schöne Stellungnahme der ABDA
von Dr. Ralf Schabik am 03.09.2020 um 10:16 Uhr
AW: sinnlose Wortklauberei
von Heiko Barz am 03.09.2020 um 10:58 Uhr
Falsche Debatte
von Reinhard Rodiger am 02.09.2020 um 1:19 Uhr
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