Wegen gestiegener Kosten

Auch ADG zieht die Preise für die Software an

Stuttgart - 22.11.2022, 13:45 Uhr

Auch ADG-Nutzer:innen müssen tiefer in die Tasche greifen. Das Softwarehaus erhöht zum Januar 2023 die Preise. (Foto: IMAGO / Uwe Steinert)

Auch ADG-Nutzer:innen müssen tiefer in die Tasche greifen. Das Softwarehaus erhöht zum Januar 2023 die Preise. (Foto: IMAGO / Uwe Steinert)


Nachdem die Konkurrenz bereits vorgelegt hat, erhöht nun auch die Phoenix-Tochter ADG die Preise für ihre Software. Nutzer:innen von A3000 und S3000 müssen ab 1. Januar 2023 50 Euro netto mehr für ihr Softwarepaket bezahlen.

Nutzer:innen der ADG-Systeme A3000 und S3000 müssen sich ab dem kommenden Jahr auf höhere Preise einstellen. Das Softwarehaus, das zur Mannheimer Phoenix-Group gehört, hat seine Kund:innen vergangene Woche darüber informiert, dass sich der Preis für das Software-Paket um 50 Euro netto pro Monat erhöhen wird. ADG begründet dies mit den massiv angestiegenen Energie-. Beschaffungs- und Unterhaltskosten, zum Beispiel für den Betrieb der Rechenzentren, die sich in erheblichem Umfang auf das Geschäft auswirkten. Diese Kostensteigerungen führten dazu, dass die vereinbarten Entgelte nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufwendungen stünden, heißt es in dem Brief, der der DAZ vorliegt. Man könne diese Mehrkosten nicht mehr alleine tragen und gleichzeitig die gewohnte Qualität und Leistung sowie ein hohes Servicelevel sicherstellen. Daher sehe man sich gezwungen, die Preise anzupassen. Der Schritt sei nicht leichtgefallen. ADG bittet hierfür um das Verständnis der Apotheker:innen.

ADG befindet sich mit den Preiserhöhungen in guter Gesellschaft. So hat CGM Lauer bereits Ende Oktober die Kunden und Kundinnen darüber informiert, dass der Preis für die Software Lauer-Fischer um satte 8,5 Prozent steigen soll. Wirksam wird diese Preiserhöhung am 1. Februar 2023. Auch hier wird auf die steigenden Kosten verwiesen. Als Trostpflaster bekommen die CGM-Kundinnen und -Kunden ab Januar bis auf Weiteres kostenfrei Zugriff auf Zusatzleistungen, die nach Angaben des Unternehmens einem Geldwert von 125 Euro pro Monat entsprechen. Das betrifft etwa die Lauer-Taxe online 4.0, das Portal Clickdoc Videoberatung Basic mit vier kostenfreien Konsultationen im Monat und Weiterbildungsmöglichkeiten im neuen Learning Management System.

Auch Preiserhöhungen bei Pharmatechnik und Noventi

Und auch die beiden anderen „Großen“, Pharmatechnik und Noventi, haben bereits an der Preisschraube gedreht. Es gelten jeweils seit November neue Preise. Bei Pharmatechnik sind es 4,87 Euro plus Mehrwertsteuer pro Server und pro Kassenarbeitsplatz, die Apotheken mehr hinlegen müssen – es ist die zweite Preiserhöhung innerhalb des laufenden Jahres. Seit Sommer werden Mehrkosten für ein Sicherheitspaket fällig. Bei Awinta steigt die monatliche Gebühr pro Arbeitsplatz für den Software-Service von 10 auf 12,50 Euro. Außerdem wurde die Antiviren-Lizenz teurer, sie kostet nun 1,75 Euro pro Kassenplatz, statt bisher 1,25 Euro.

Kosten bleiben bei den Apotheken hängen

Die Apotheken dürften auf den Mehrkosten sitzenbleiben, da ihre Möglichkeiten Preiserhöhungen weiterzugeben, sehr beschränkt sind. Problematisch ist das deswegen, weil die Softwarehäuser nur ein Teil von ganz vielen Dienstleistern sind, die mehr Geld von den Apotheken wollen. Die Gründe, mit denen die Dienstleister die höheren Entgelte rechtfertigen, wie gestiegene Energiekosten und höhere Löhne, treffen die Apotheken dann noch zusätzlich. Die Folge: Das Betriebsergebnis einer Durchschnittsapotheke für 2023 könnte laut einer Analyse des DAZ-Wirtschaftsexperten Dr. Thomas Müller-Bohn bei einer ungünstigen Entwicklung auf die Größenordnung eines Apothekergehalts plus Gehaltsnebenkosten sinken.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Ist das rechtmäßig?

von Apotheker am 25.11.2022 um 15:54 Uhr

Sehr geehrte Frau Borsch,

Sie berichten hier ganz nüchtern über Preiserhöhungen, die meiner Meinung nach nicht zulässig sind, wenn man einen laufenden Vertrag hat. Wofür schließt man denn sonst Verträge ab? Ich persönlich habe dem widersprochen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in Ihrem Artikel auch dazu etwas schreiben könnten... Mit freundlichen Grüßen

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Kosten durch Bürokratie

von ratatosk am 23.11.2022 um 8:58 Uhr

Ein weiterer der vielen Folgen inkompetenten Staatsversagens ! Durch den digitalen Irrsinn entstehen allerorten Mehrkosten ohne Ende. Die Ministerialen aber fabulieren ohne Ahnung der realen Welt von irgendwelchen Einsparungen durch ihre so tollen Acts ! Gerade ja auch die Mehrstunden durch die digitale Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, sollte aber die Praxen ja eigentlich entlasten. Die Betroffenen erklären, daß es genau anders ist, die Ministerialen vertreten weiterhin ihre Wahnvorstellungen. Billige Generika wie vom Generikaverband schon lange vorhergesagt immer mehr Mangelware, aber Karl fabuliert weiter von seinem Einsparpotenzialen hier. Ist das noch Dummheit oder schon Absicht in diesen Kreisen ?

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