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Tixagevimab/Cilgavimab bei unzureichendem Impfschutz
USA lassen präventives Antikörper-Duo zu
Was ist das Besondere an Tixagevimab/Cilgavimab?
Tixagevimab und Cilgavimab sind beides humane monoklonale Antikörper, die an das Spikeprotein von SARS-CoV-2 binden, jedoch an unterschiedlichen, sich nicht überschneidenden Stellen. Sie verhindern dadurch, dass SARS-CoV-2 menschliche Zellen infiziert. Die Antikörper stammen aus B-Zellen von rekonvaleszentem Patient:innen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion und wurden mithilfe einer von AstraZeneca entwickelten Technologie modifiziert und hinsichtlich ihrer Halbwertszeit und ihrer Bindung an den Fc-Rezeptor optimiert. Die Folge: Die Antikörper wirken länger und könnten nach einmaliger Verabreichung zwölf Monate vor COVID-19 schützen (bislang ist ein Schutz für bis zu sechs Monate belegt, PROVENT-Studie). Zudem soll die reduzierte Bindung an den Fc-Rezeptor das Risiko einer antikörperabhängigen Verstärkung der Erkrankung verringern – in diesem Fall würden die Antikörper COVID-19 nicht bessern, sondern verschlimmern.
So werden die Antikörper verabreicht
Tixagevimab/Cilgavimab werden ausschließlich in Kombination verabreicht, die zu Schützenden erhalten je 150 mg Tixagevimab und 150 mg Cilgavimab in zwei getrennten und direkt aufeinanderfolgenden intramuskulären Injektionen. Die intramuskuläre Verabreichung ermöglicht eine Prophylaxe auch im ambulanten Setting.
Wie gut schützen Tixagevimab und Cilgavimab vor COVID-19?
AstraZeneca untersucht das Antikörper-Duo in mehreren klinischen Studien. Die nun erteilte Notfallzulassung stützt sich vor allem auf Daten der noch laufenden PROVENT-Studie (Phase 3, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert) an älteren Erwachsenen ab 60 Jahren oder mit Grunderkrankung oder einem erhöhten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion – die nicht gegen COVID-19 geimpft waren und auch noch keinen positiven SARS-CoV-2-Nachweis in der Vergangenheit hatten –, in der sich Tixagevimab/Cilgavimab in der Präexpositionsprophylaxe beweisen müssen. Ziel der Studie war der Vergleich der COVID-19-Fälle bis zum Tag 183 in der Evusheld®- (3.441) und in der Placebogruppe (1.731). Laut der primären Analyse war das Risiko, an COVID-19 zu erkranken bei den Evusheld®-Patient:innen um 77 Prozent geringer als nach Placebo, der Unterschied war statistisch signifikant. Das kleinere Erkrankungsrisiko blieb bei Evusheld®-Empfängern über sechs Monate erhalten, AstraZeneca beziffert die mediane Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo mit 83 Prozent in der Sechsmonatsanalyse. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Evusheld® zur präexpositionellen Prävention von COVID-19 wird weiterhin untersucht. Daneben untersucht AstraZeneca Evusheld® noch in der Phase-3-Postexpositionsstudie STORM CHASER und zur Behandlung von ambulanten COVID-19-Patienten in TACKLE.
Tixagevimab/Cilgavimab und Omikron
Auch informiert AstraZeneca darüber, dass derzeit Studien laufen, die Aufschluss über die Auswirkungen der neuen Omikron-Variante (B.1.1.529) auf die Wirksamkeit von Tixagevimab und Cilgavimab geben sollen. Von den Omikron-Bindungsstellen, die relevant für die Wirkung von Tixagevimab und Cilgavimab seien und bisher in präklinischen Assays getestet wurden, wurde keine mit einer verringerten Neutralisation durch Evusheld® in Verbindung gebracht, erklärt AstraZeneca. In-vitro-Ergebnisse zeigten, dass Evusheld® andere kürzlich aufgetauchte SARS-CoV-2-Virusvarianten, einschließlich der Delta- und Mu-Varianten, neutralisiere.
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