Antikörper gegen SARS-CoV-2

Was macht COR-101 so besonders?

Stuttgart - 20.05.2021, 07:00 Uhr

Anders als die zur Behandlung von COVID-19 bereits eingesetzten – doch noch nicht zugelassenen – Antikörper, soll COR-101 nicht nur in frühen Phasen der Erkrankung, sondern auch noch später im Krankheitsverlauf gegeben werden können. (Foto: Kateryna_Kon / AdobeStock)

Anders als die zur Behandlung von COVID-19 bereits eingesetzten – doch noch nicht zugelassenen – Antikörper, soll COR-101 nicht nur in frühen Phasen der Erkrankung, sondern auch noch später im Krankheitsverlauf gegeben werden können. (Foto: Kateryna_Kon / AdobeStock)


Ein SARS-CoV-2-Antikörper, der auch noch in fortgeschrittenem COVID-19-Stadium gegeben werden kann – COR-101 sollte man sich vielleicht merken. Der Antikörper wird derzeit mit 45 mäßig bis schwer erkrankten und hospitalisierten COVID-19-Patienten in Phase 2b/2-Studien untersucht. Wie funktioniert COR-101 und was macht ihn besonders?

Vor wenigen Tagen informierte Corat Therapeutics, dass nun die ersten 45 COVID-19-Patienten mit dem Antikörper COR-101 behandelt werden. Im Rahmen der Phase 2b/2-Studie sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Antikörperpräparats bei mäßig bis schwer erkrankten COVID-19-Patienten untersucht werden. COR-101 wurde von der TU Braunschweig – genauer: von dem von Professor Michael Hust und Professor Stefan Dübel geleiteten Corona Antikörper Team (CORAT) – und der Biotechnologiefirma YUMAB GmbH in Braunschweig entwickelt. Corat Therapeutics wurde eigens und mit Unterstützung des Landes Niedersachsen gegründet, um COR-101 nun klinisch weiter zu erforschen.

Mehr zum Thema

Ein neuer Ansatz im Kampf gegen COVID-19

Antikörper sollen SARS-CoV-2 neutralisieren

Ursprünglich wurde der Antiköroper aus genesenen Patienten isoliert und mithilfe von biotechnologischen Methoden entwickelt, sprich im Reagenzglas. Herausgekommen ist ein vollständig menschlicher Antikörper, der das neuartige Coronavirus effektiv hemmen soll.

Wie wirkt COR-101?

COR-101 zielt auf das Spikeprotein von SARS-CoV-2 ab. Der TU Braunschweig zufolge bindet der Antikörper auf der Virusoberfläche „großflächig“ und  mit „sehr hoher Bindungsstärke“ an genau die Bindungsstelle, die SARS-CoV-2 benötigt, um an der menschlichen Zelle anzudocken. Die Folge: Das Coronavirus wird „neutralisiert“, kann nicht mehr in die menschliche Zelle eindringen und sich dort auch nicht vermehren. Zur Erinnerung: SARS-CoV-2 ist als Virus auf eine Wirtszelle angewiesen. Es nutzt den Stoffwechselapparat der menschlichen Zelle zur Vermehrung und Verbreitung – und ohne Wirtszelle keine Vermehrung. COR-101 blockiert nun diese Kontaktstelle zwischen SARS-CoV-2 und der menschlichen Zelle sehr effektiv und permanent. Dadurch gewinnt der Patient Zeit, bis sein eigenes Immunsystem dem Coronavirus eine hoffentlich ausreichende Immunantwort bietet und das Virus bekämpft.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Forscher der TU-Braunschweig verfolgen einen innovativen COVID-19-Therapieansatz

COR-101: ein Antikörper für die Früh- und auch die Spätphase

Ein neuer Ansatz im Kampf gegen COVID-19

Antikörper sollen SARS-CoV-2 neutralisieren

Ein neuer Ansatz im Kampf gegen COVID-19

Antikörper sollen SARS-CoV-2 neutralisieren

Saisonale Coronaviren: Studie in „Cell“

Kein Schutz vor COVID-19 durch frühere Erkältungen

Kann man von monoklonalen Antikörpern bei COVID-19 Wunder erhoffen?

Präzise das Unbekannte treffen

FDA macht den Weg für erste SARS-CoV-2-Antikörpertherapie frei

Notfallzulassung für Bamlanivimab

Behandlung und Vorbeugung von COVID-19

Corona-Antikörper – wo stehen wir?

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.