PEI gibt Teilentwarnung

Corona-Impfung für Allergiker unbedenklich?

Remagen - 07.01.2021, 12:15 Uhr

Das PEI gibt Empfehlungen zum Umgang mit Allergikern, die BNT162b (Comirnaty) erhalten sollen. (Foto: sharryfoto / stock.adobe.com)

Das PEI gibt Empfehlungen zum Umgang mit Allergikern, die BNT162b (Comirnaty) erhalten sollen. (Foto: sharryfoto / stock.adobe.com)


Kein generell erhöhtes Risiko

Basierend auf den bis zum 23. Dezember 2020 vorliegenden Daten ist aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts für Personen mit bekannten Erkrankungen aus dem atopisch-allergischen Formenkreis bei Impfung mit BNT162b2 kein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen abzuleiten. Die Experten, die an der Zulassungsempfehlung für Comirnaty® in der EU beteiligt waren, teilen offensichtlich diese Auffassung. Hiernach gibt es im Gegensatz zu der temporären Genehmigung in Großbritannien keine Kontraindikation für Allergiker:innen beziehungsweise Menschen mit Anaphylaxien in der Vorgeschichte. Eine vorbekannte Allergie auf darin enthaltene Inhaltsstoffe (z. B. PEG) ist jedoch eine Gegenanzeige für die Impfung mit Comirnaty®. Auch Personen, die auf die erste Dosis mit einer Überempfindlichkeit reagiert haben, sollen die zweite Dosis nicht bekommen. Gemäß der für die EU zugelassenen Produktinformation sollen alle geimpften Personen mindestens 15-Minuten lang nachbeobachtet werden. Außerdem sollen die Impfzentren die personelle, räumliche und technische Ausstattung zur Notfall-Behandlung vorhalten.

Anaphylaxie unter besonderer Überwachung

Nach dem Bewertungsbericht zu Comirnaty®, den die Europäische Arzneimittelagentur anlässlich der Zulassung in der EU am 21. Dezember veröffentlicht hat, bleibt die Anaphylaxie als „important Safety Concern“ im Rahmen der zusätzlichen Maßnahmen zur Risikominimierung verstärkt unter dem Überwachungs-Radar. Auch in den diversen Studien, deren Ergebnisse aber nicht vor Mitte oder Ende 2023 erwartet werden, soll ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden. 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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4 Kommentare

Lebensmittelunverträglichkeit/anaphylaktischer Schock/Corona Impfung

von Hildegard Arnold am 02.02.2021 um 10:39 Uhr

Lebensmittelunverträglichkeit/anaphylaktischer Schock/Corona Impfung
Laut Bluttest vertrage ich weder Milch oder Milchprodukte noch Ei oder Eiprodukte. Seit elf Monaten esse ich weder Milch noch Ei, habe keine Beschwerden mehr. da ich Allergietyp drei bin, darf ich nach zwölf Monaten, also in einem Monat, Zufuhr geringer Milch oder Eiprodukte testen.
Im Coronaimpfstoff sind Proteine enthalten. Wie steht es dann mit einer Impfung für mich? Bin 72 Jahre alt.

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Allergien auf: Nüsse. Alkohol. Latex, Duftstoffe, Weichmacher, Histamin, parabenemix, ....! Läßt alles einen Schub der Neurodermitis aus.

von Christa Berger am 28.01.2021 um 11:48 Uhr

Ich sollte demnächst geimpft werden. Mache mir aber bezüglich meiner vielen Allergien Sorge.
Bei vorangekommen Grippeimpfungen war ich den ganzen Winter über angeschlagen.
Bitte um Auskunft
Mit freundlichen Grüßen hgista berger

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Allergien

von eckre am 19.01.2021 um 22:01 Uhr

Guten Abend,
ich interesiere mich auch aufgrund einer Allergie meineseits für das Thema der Impfstoffe gegen die Covid 19 Infektion.
Die Impfstoffe haben ein unterschiedliche Zusammensetzungen der Inhaltsstoffe .Auf jeden Fall den Hautarzt danach befragen, um sicher zugehen, was beachtet werden muss!

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Covid19-Impfung bei Allegiker

von Roswitha Kuhnert am 08.01.2021 um 22:39 Uhr

Die Aussagen im Beitrag sind nur bedingt hilfreich. Mein Mann ist Dialyse-Patient, Er ist sein Leben lang Allegiker
( Abfolge: Haut - Heuschnupfen - Asthma). Die Impfung soll im Dialysezentrum erfolgen. Die dort arbeitenden Ärzte konnten ihm bisher keine Auskunft geben, ob er mit und mit welchen Komplikationen rechnen muss. Können Sie mir zugängliche Informationen zu diesem Problem nennen?
Danke und freundliche Grüße
Roswitha Kuhnert

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