Erste Daten aus nahtloser Phase 1/2/3-Studie

Regenerons Antikörpercocktail REGN-COV2

Remagen - 12.10.2020, 11:45 Uhr

Dr. Leonard S. Schleifer (zweiter v.r.), Gründer und Geschäftsführer von Regeneron Pharmaceuticals, sprach während eines Treffens mit der Coronavirus-Task-Force und Führungskräften der pharmazeutischen Industrie am 2. März 2020 im Weißen Haus in Washington. (c / Foto: imago images / ZUMA Press)

Dr. Leonard S. Schleifer (zweiter v.r.), Gründer und Geschäftsführer von Regeneron Pharmaceuticals, sprach während eines Treffens mit der Coronavirus-Task-Force und Führungskräften der pharmazeutischen Industrie am 2. März 2020 im Weißen Haus in Washington. (c / Foto: imago images / ZUMA Press)


REGN-COV2 – therapeutischer Ersatz für die natürliche Immunantwort?

„Der größte Behandlungsvorteil bestand bei Patienten, die keine eigene wirksame Immunantwort hatten“, hebt George D. Yancopoulos, Präsident und Chief Scientific Officer von Regeneron, hervor. „Das deutet darauf hin, dass REGN-COV2 ein therapeutischer Ersatz für die natürlich vorkommende Immunantwort sein könnte.“

Die nächste Kohorte, mit der diese Ergebnisse schnell und prospektiv bestätigt werden könnten, wurden nach Angaben von Regeneron bereits eingeschrieben. Für den Phase 2/3-Teil der ambulanten Studie sollen insgesamt mindestens 1.300 Patienten rekrutiert werden. Zusätzlich zu dieser Studie an nicht stationären Patienten wird REGN-COV2 derzeit 

  • in einer klinischen Phase-2/3-Studie zur Behandlung von COVID-19 bei stationären Patienten (NCT04426695),
  • in der offenen Phase-3-Studie RECOVERY an stationären Patienten in Großbritannien und
  • in einer Phase-3-Studie zur Prävention von COVID-19 bei Haushaltskontakten mit infizierten Personen (NCT04452318) untersucht.

Die Rekrutierung für alle vier Studien ist im Gange.

Trump hat Antikörper-Cocktail von Regeneron im Krankenhaus erhalten 

US-Präsident Donald Trump hält sich infolge seiner COVID-19-Erkrankung nach eigenen Angaben nun für „immun“ gegen das Coronavirus. Die Immunität sei für ihn wie ein „beschützender Glanz“, sagte Trump am Sonntag in einem telefonischen Interview mit dem Sender Fox News. Der 74-Jährige war nach eigenen Angaben am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trump erkrankte an COVID-19 und wurde daher ab 2. Oktober drei Tage in einem Krankenhaus behandelt. In dem Interview warb Trump am Sonntag erneut für die COVID-19-Behandlung mit dem experimentellen Antikörper-Cocktail der Biotech-Firma Regeneron, den er im Krankenhaus erhalten hatte. 

Die von mehreren Herstellern entwickelten Antikörper-Cocktails sind jedoch noch nicht zugelassen und auf absehbare Zeit auch nur in relativ geringer Stückzahl verfügbar, darauf weist die Deutsche Presse-Agentur hin. Kritikern zufolge bewirbt Trump das Mittel als Wunderwaffe, um damit vor der Wahl am 3. November vom Versagen seiner Regierung bei der Eindämmung der Pandemie abzulenken. (dpa/dm)

Herstellung und Vertrieb durch Regeneron und Roche

Die Entwicklung und Herstellung von REGN-COV2 wurde zum Teil aus US-Bundesmitteln der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) finanziert. Regeneron hat im August eine Partnerschaft mit Roche geschlossen, um das weltweite Angebot des Antikörpercocktails zu erhöhen. Wenn sich REGN-COV2 in klinischen Studien als sicher und wirksam erweist und behördliche Zulassungen erteilt werden, soll Regeneron es in den USA herstellen und vertreiben, und Roche wird diesen Part außerhalb der USA übernehmen.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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