Folgen der Coronavirus-Pandemie (Teil 1)

COVID-19: Spätfolgen am Herzen?

Stuttgart - 04.08.2020, 16:45 Uhr

Wissenschaftler stehen in der Forschung zu den Spätfolgen von COVID-19 noch ganz am Anfang – dennoch sind offenbar viele bereit, schon jetzt darüber zu sprechen, damit die Menschen das Virus nicht unterschätzen. (c / Foto: stockcrafter / stock.adobe.com)

Wissenschaftler stehen in der Forschung zu den Spätfolgen von COVID-19 noch ganz am Anfang – dennoch sind offenbar viele bereit, schon jetzt darüber zu sprechen, damit die Menschen das Virus nicht unterschätzen. (c / Foto: stockcrafter / stock.adobe.com)


Das Virus nicht unterschätzen

Auch wenn alle Ergebnisse weiterer Bestätigung bedürfen, Kardiologen zeigen sich in einem ebenfalls am 27. Juli erschienen Editorial in „JAMA Cardiology“ beunruhigt: „Monate nach der Diagnose von COVID-19 besteht die Möglichkeit einer verbleibenden linksventrikulären Dysfunktion und einer anhaltenden Entzündung, die beide so besorgniserregend sind, dass sie einen Herd für eine neu auftretende Herzinsuffizienz und andere kardiovaskuläre Komplikationen darstellen.“ Laut Kadiologie.org heißt es allerdings zur weiteren Einordnung, dass die Frankfurter Studienautoren die links- und rechtsventrikuläre Herzfunktion (LVEF und RVEF) im Hinblick auf die Prognose als weniger aussagekräftig beurteilen. Zwar seien beide Parameter bei den genesenen COVID-19-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erniedrigt gewesen (jeweils 56 Prozent vs. 60 Prozent), doch habe es zwischen der COVID-19- und der Kontrollgruppe große Überschneidungen gegeben. In einer ähnlichen kürzlich publizierten Studie, sei – wenn überhaupt – nur die rechte Ventrikelfunktion dauerhaft betroffen gewesen. 

Auch das Nachrichtenportal „Science“ beschäftigt sich aktuell mit den möglichen Spätfolgen von COVID-19. Am 31. Juli hieß es:


Die Liste der COVID-19-Folgen ist länger und vielfältiger, als sich die meisten Ärzte hätten vorstellen können. Zu den andauernden Problemen gehören Fatigue, Herzrasen, Kurzatmigkeit, schmerzende Gelenke, nebliges Denken, anhaltender Verlust des Geruchssinns und Schäden an Herz, Lunge, Nieren und Gehirn.“ 

Nachrichtenportal „Science“


In dem entsprechenden Artikel wird deutlich, dass mögliche Spätfolgen durch eine SARS-CoV-2-Infektion keine Überraschung sind, sondern so schon bei einigen anderen Viruserkrankungen beobachtet wurden – etwa beim Eppstein-Barr-Virus. Außerdem wird deutlich, dass Wissenschaftler in der Forschung zu den Spätfolgen noch ganz am Anfang stehen – dennoch sind offenbar viele bereit, schon jetzt darüber zu sprechen, damit die Menschen das Virus nicht unterschätzen.

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Was der Artikel außerdem nahelegt – die befürchteten Spätfolgen an der Lunge könnten milder sein, als auf Basis bisheriger Coronaviren (SARS und MERS) vermutet. Doch eine „Entwarnung“ bedeutet das nicht.



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