Pharmatechnik

Bei Ausfall: Konnektor-Sharing mit der Nachbarapotheke

Stuttgart - 03.08.2022, 10:45 Uhr

Was tun, wenn der Konnektor ausfällt? Pharmatechnik hat eine Lösung entwickelt, die aber nur unter bestimmten Voraussetzungen funktioniert. (s / Foto: Schelbert)

Was tun, wenn der Konnektor ausfällt? Pharmatechnik hat eine Lösung entwickelt, die aber nur unter bestimmten Voraussetzungen funktioniert. (s / Foto: Schelbert)


Was tun, wenn der Konnektor ausfällt? Das ist eine der bislang ungeklärten Fragen zum E-Rezept. Dabei ist sie essenziell, denn ohne Konnektor ist kein Zugriff auf den Fachdienst und somit kein E-Rezept-Abruf mehr möglich. Das Softwarehaus Pharmatechnik hat für seine Kunden nun eine Lösung für diesen Notfall entwickelt.

Um E-Rezepte beliefern zu können, benötigen Apotheken eine Reihe von TI-Komponenten: Für den Abruf einen Konnektor, für die einfache Signatur eine SMB-C-Karte sowie für Änderungen einen Heilberufsausweis. Fallen sie aus, sind die jeweiligen Prozesse nicht möglich. Bei Konnektorausfall können also keine E-Rezepte abgerufen werden, auf den Ausdruck hin beliefern, ist nicht erlaubt. Dass das Thema den Apothekern auf der Seele brennt, zeigte bereits der letzte Apothekertag in Düsseldorf, wo die die Delegation aus Bayern in einem Antrag eine entsprechende Backup-Lösung forderte und dieser eindeutig angenommen wurde.

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Das Softwarehaus Pharmatechnik hat nun für die eigenen Kunden immerhin eine Lösung für den Konnektorausfall entwickelt, genannt Ixos.Routing. Sie besteht im Wesentlichen darin, dass sich bei einem Ausfall zwei Apotheken einen Konnektor teilen. Pharmatechnik erklärt das folgendermaßen: „Normalerweise wird in der Apotheke durch das Ixos System die Anfrage zum Fachdienst über den Konnektor vorgenommen. Im Falle eines Ausfalls schaltet das System vollautomatisch auf einen Konnektor einer Partner- oder Filialapotheke um, die ebenfalls Ixos einsetzt. Das heißt, über diesen Konnektor laufen zwei Systeme parallel, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen.“

Bei Ausfall auf den Konnektor der Partnerapotheke

Auch alle Datenschutzrichtlinien und -vorschriften werden erfüllt, garantiert Pharmatechnik. Und auch die Übertragungsgeschwindigkeit wird zumindest laut Aussage des Anbieters nicht beeinträchtigt: Der Konnektor sei in seiner Verarbeitungsgeschwindigkeit so schnell, dass es für beide Apotheken keinerlei Verzögerungen beim Zugriff auf den Fachdienst gebe, verspricht das Unternehmen. Diese Lösung setze natürlich voraus, dass man eine Partnerapotheke findet oder dass die Apotheke eine Filiale hat, mit der sie den Konnektor teilen kann. Entscheidend sei die Tatsache, dass in der Sekunde des Ausfalls eines Konnektors sofort auf den Konnektor der anderen Apotheke umgeschaltet wird, ohne dass es Verzögerungen im Zugriff auf den Fachdienst gibt. Dies sei eine von Pharmatechnik entwickelte Funktion. 

Neben der Verwendung von Ixos  gibt es noch eine weitere Voraussetzung, dass Apotheken die neue Funktion nutzen können: Beide Apotheken müssen eine formelle Erklärung unterzeichnen, dass sie sich gegenseitig den Zugriff auf den Konnektor gestatten.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

globles Konnektor-Sharing

von rw am 04.08.2022 um 10:20 Uhr

falls dieser Ansatz als "sicher" gilt, könnte die Fortführung bei dezentralen, globalen Konnektor(en) liegen.
* beim Apotheken-Software-Hersteller
* beim LAV
.....
Für diese Geräte könnten sogar mehrere Backups vorgehalten werden; Wartung könnte vor Ort von Spezialisten erfolgen ...
Da wäre viel Einsparpotential.

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