COVID-19-Impfung

Was Apotheker zu Nuvax­ovid wissen müssen

Stuttgart - 21.02.2022, 07:00 Uhr

Apotheken können den Impfstoff  Nuvax­ovid (Novavax) bisher nicht bestellen. (c / Foto: IMAGO / Lobeca)

Apotheken können den Impfstoff  Nuvax­ovid (Novavax) bisher nicht bestellen. (c / Foto: IMAGO / Lobeca)


Hinweise zur Handhabung in der Apotheke

Ungeöffnet kann der Impfstoff für bis zu neun Monate bei Kühlschranktemperaturen zwischen 2 und 8 °C gelagert werden. Um ihn vor Licht zu schützen, sollten die Vials bis zum eigentlichen Gebrauch im Umkarton aufbewahrt werden. Ein Einfrieren des Impfstoffs ist zu vermeiden. Kurzfristig kann das ungeöffnete Vial (z. B. aus Transportgründen) auch für maximal zwölf Stunden bei bis zu 25 °C aufbewahrt werden. Nach der ersten Dosis-Entnahme kann das geöffnete Vial für maximal sechs Stunden bei Temperaturen zwischen 2 und 8 °C aufbewahrt werden. Aus mikrobiologischer Sicht sollten die Reste des Impfstoffs schnellstmöglich aufgebraucht werden.

Vorbereitung und Verimpfung

Der Impfstoff wird als gebrauchsfertige Lösung geliefert und darf nicht mit anderen Impfstoffen oder Arzneistoffen gemixt oder gelöst werden. Um die Vakzine vor Licht zu schützen, sollte das Vial erst unmittelbar vor dem Gebrauch aus dem Karton und dem Kühlschrank entnommen werden. Anschließend ist zu überprüfen, ob die Flüssigkeit frei von Partikeln und Verfärbungen ist. Die Dispersion sollte dabei farblos bis leicht gelb und klar bis leicht opalisierend sein. Auf dem Etikett sind Datum und Uhrzeit der ersten Dosis-Entnahme zu vermerken, das angebrochene Vial muss dann innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Vor Entnahme jeder Impfstoff-Dosis muss das Vial leicht geschwenkt werden, ein Schütteln ist jedoch zu vermeiden. Mit einer sterilen Nadel oder Spritze kann anschließend eine Dosis (0,5 ml) aus dem Vial entnommen werden und intramuskulär in den Deltamuskel des Oberarms injiziert werden. Die anschließende Überwachung des Geimpften sollte mindestens 15 Minuten betragen. Jedes Vial enthält etwas mehr Volumen als zehn Impfstoffdosen. Der entstandene Rückstand muss verworfen werden und darf nicht aus mehreren Vials zusammengeführt werden. Um die Rückverfolgbarkeit von biologisch hergestellten Arzneimitteln zu gewährleisten, müssen sowohl Name als auch Charge des Impfstoffs dokumentiert werden.

Besondere Patientengruppen

Aktuell dürfen Kinder nicht mit Nuva­xovid® geimpft werden, der Hersteller plant aber, zu einem späteren Zeitpunkt klinische Studien mit jüngeren Menschen durchzuführen. Ebenso ist der Impfstoff derzeit nicht für die Immunisierung von Schwangeren geeignet. Zwar haben Tierversuche keine gravierenden Nebenwirkungen aufgezeigt, klinische Daten sind jedoch limitiert. Wünscht die Schwangere dennoch eine Impfung mit Nuvaxovid®, so sollte diese nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Profils und unter ärztlicher Überwachung erfolgen. Es ist nicht bekannt, ob Nuvaxovid® bei Stillenden über die Muttermilch ausgeschieden wird.

Auch immunsupprimierte Menschen können mit Nuvaxovid® immunisiert werden. In den klinischen Studien konnten keine besonderen Sicherheitsbedenken in dieser Personengruppe festgestellt werden, es ist jedoch damit zu rechnen, dass der Impfschutz geringer ausfällt. Besonders vorsichtig sollte die Vakzine bei Personen appliziert werden, die eine antikoagulative Therapie erhalten oder die unter einer Blutgerinnungsstörung leiden, da sonst Blutungen und Blutergüsse die Folge sein können. Die Immunisierung von Personen, die unter einer akuten fieberhaften Erkrankung oder Infektion leiden, sollte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Bei leichteren Erkältungen und/oder leichtem Fieber kann die Impfung wie geplant erfolgen



Marina Buchheit-Gusmão, Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

ist ja ganz interessant

von Karl Friedrich Müller am 21.02.2022 um 9:20 Uhr

aber wird der überhaupt über Apotheken ausgeliefert? wenn ja, wann denn?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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