Zur Erinnerung: Wie wirkt Remdesivir?
Remdesivir zählt zu den Virostatika. Der Arzneistoff hemmt die Vermehrung bestimmter Viren – unter anderem Ebola- und Coronaviren –, indem Remdesivir das für die Vermehrung erforderliche Enzym, die virale RNA-Polymerase, blockiert. In SARS-CoV-2 liegt die Erbinformation – anders als beim Menschen – in Form von Ribonukleinsäure (RNA) vor. Bei der RNA handelt es sich um eine lange Zucker-Phosphat-Kette, an die einzelne Nukleinbasen – nämlich Adenin, Cytosin, Guanin und Uracil – angeknüpft sind (siehe Abb.). Als Zuckerbaustein nutzt die RNA Ribose, daher auch der Name Ribonukleinsäure.
Will sich ein Virus vermehren, muss es zunächst seine Erbinformation für die Nachfolgegeneration verdoppeln, dabei hilft die viruseigene RNA-Polymerase. Sie nutzt die vorhandene RNA als Vorlage und knüpft eine neue Kette, wieder bestehend aus Zucker-Phosphat und daran angehängt Adenin, Cytosin, Guanin oder Uracil. Remdesivir ähnelt der Nukleinbase Adenin und wird so als „falscher“ Baustein in die neue RNA des „Virus-Nachkommens“ eingebaut. Die Folge: Die RNA- und folglich die Virus-Vermehrung ist gestört.
Remdesivir: in USA und Japan zugelassen
Die Vereinigten Staaten waren bei der Remdesivir-Zulassung die Schnellsten: Bereits am 1. Mai 2020 erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA Remdesivir eine Ausnahmegenehmigung (Emergency Use Authorization, EUA), was allerdings keiner „normalen“ Zulassung entspricht, zum Einsatz des ursprünglich bei Ebola erforschten Virostatikums bei Corona. Die USA waren somit die erste Nation mit einem zugelassenen Präparat gegen COVID-19. Wenige Tage später, am 7.Mai, folgte Japan mit der Zulassung von Remdesivir. Japan traf die Entscheidung nur drei Tage, nachdem der US-amerikanische Arzneimittelhersteller Gilead eine beschleunigte Zulassung für die Behandlung von COVID-19-Erkrankten beantragt hatte.
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