Arzneimittel und Therapie

Auch an Raucherentwöhnung denken

Patienten mit chronischer Rhinosinusitis weisen höhere Symptombelastung auf

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mab | In der Chronic Rhinosinusitis Epidemiology Study wurde verglichen, inwieweit sich Patienten mit chronischer Rhinosinusitis hinsichtlich des sozioökonomischen Status, Begleiterkrankungen, Lebensstil und Lebensqualität unterscheiden. In einer Zwischenanalyse der fragebogenbasierten Fall-Kontroll-Studie wurde speziell untersucht, ob aktives Rauchen das Risiko für die Entstehung einer chronischen Rhinosinusitis erhöhen kann. Insgesamt wurden für diese Fragestellung 1450 Fragebögen ausgewertet. Die meisten aktiven Raucher befanden sich mit 15% in der gesunden Kontrollgruppe. Dagegen gaben 9,9% der Befragten, die an chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen leiden, an, regelmäßig zu rauchen, in der Gruppe ohne Nasenpolypen waren es 13,9%. Es lies sich feststellen, dass aktives Zigarettenrauchen einen signifikanten Einfluss auf die Symptombelastung der chronischen Rhinosinusitis-Patienten hatte: So wiesen diese Patienten durchschnittlich 10 Punkte weniger im SNOT-22-Score (s. Kasten „SNOT-22-Score“) auf als Nichtraucher.

SNOT-22-Score

Der Sino-Nasal-Outcome-Test-22 (SNOT-Score) beschreibt die Lebensqualität von Patienten mit chronischer Rhinosinusitis und besteht aus 22 Fragen aus vier Bereichen (Rhinologie, Ohr/Gesicht, Schlaf, Psychologie). Jede Frage wird mit 0 bis 5 Punkten bewertet, maximale Punktzahl beträgt 110. Je höher die Punktzahl ist, desto schlechter ist die Lebensqualität der Betroffenen.

Gleichzeitig konnte jedoch nicht festgestellt werden, dass Raucher öfter operiert werden müssen. Die Autoren schlussfolgern, dass bei der allgemeinen Behandlung der chronischen Sinusitis daher die Raucherentwöhnung nicht vergessen werden darf. |

Literatur

Hutson K, Clark A, Hopkins C. Evaluation of Smoking as a Modifying Factor in Chronic Rhinosinusitis. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2020. doi:10.1001/jamaoto.2020.4354

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