Interpharm online 2021

Fehler passieren beinahe immer

Der Pausentalk über erklärungsbedürftige Darreichungsformen

mab | Bestimmte Darreichungsformen bedürfen einer besonderen Beratung bei der Abgabe in der Apotheke. Welche darunter fallen, darüber sprach Dr. Iris Milek, Programmleiterin Pharmazie beim Deutschen Apotheker Verlag, mit Christiane Weber und Dr. Sabine Werner. Insbesondere bei der Anwendung inhalativer Devices werden häufig Fehler gemacht. Bei älteren Menschen bietet es sich z. B. an, bereits bei der Abgabe die Folie beim Turbohaler® zu entfernen und den sehr fest sitzenden Verschluss einmal zu öffnen. Nachdem der Inhaler durch Drehen nach links und rechts geladen wurde, ist darauf zu achten, dass er nun sehr erschütterungsempfindlich ist und daher unmittelbar inhaliert werden sollte. Dazu muss die Lunge zunächst von der Luft entleert werden, lang und tief eingeatmet werden, anschließend den Atem für fünf Sekunden anhalten, bis man langsam über die Nase oder die Lippenbremse aus­atmet. Der Kunde sollte darauf hingewiesen werden, dass das innen liegende Trockenmittel stets ein Schüttelgeräusch erzeugt, sodass daraus kein Rückschluss auf den Befüllungsgrad des Device gezogen werden kann. Aber auch die Handhabung eines Adrenalin-Pens ist fehlerfällig und muss regelmäßig, am besten mit kostenlosen Dummygeräten, von den Betroffenen zu Hause geübt werden.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Dr. Sabine Werner, Christiane Weber und Dr. Iris Milek (von links) im Gespräch über erklärungsbedürftige Arzneiformen.

Die Notfallpens besitzen in der Regel zwei Kappen, wobei der Patient damit vertraut sein muss, in welcher die ­Nadel sitzt und welche zum Auslösen dient. Die Nadel sticht auch durch Kleidung hindurch. Nach der Anwendung muss drei bis 50 Sekunden gewartet werden, bevor man die Nadel herauszieht, anschließend die betroffene Stelle massieren. Im Sichtfenster sollte anschließend überprüft werden, ob auch wirklich die vollständige Menge des Adrenalins injiziert wurde. Aber auch chronisch Erkrankte machen oft noch Fehler. Diabetiker sollte man immer wieder darauf hinweisen, dass bei jeder Injektion eine neue Nadel verwendet werden sollte, da die abgestumpfte Spitze sonst zu Verletzungen führen kann. Neben der Hygiene muss aber auch bedacht werden, dass Restinsulin in der Kanüle auskristallisieren und damit das Austreten des Insulins verhindern kann. Daneben sollten auch langjährige Diabetiker regelmäßig daran erinnert werden, vor jeder Insulin-Injektion den Pen zu entlüften, um die Durchlässigkeit der Kanüle zu testen und um Dosierungsungenauigkeiten zu vermeiden. |

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