Arzneimittel und Therapie

Erfolgreich gegen Ebola

Zwei Antikörperpräparate erweisen sich als wirksam

cst | Das Ebola-Virus gilt als einer der gefährlichsten humanpathogenen Erreger überhaupt. Rund die Hälfte aller Infektionen verläuft tödlich. Immer wieder kommt es in afrikanischen Ländern zu verheerenden Epidemien. Aktuell ist die demokratische Republik Kongo von einem massiven Ausbruch des Ebolafiebers betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsoganisation (WHO) sind seit Beginn der Epidemie im August 2018 mehr als 1800 Menschen verstorben. Zugelassene Impfstoffe gegen das Virus aus der Familie der Filoviren gibt es noch nicht. Der aussichtsreiche Impfstoffkandidat rVSV-ZEBOV wird jedoch seit Mai 2018 zur Bekämpfung der aktuellen Epidemie im Kongo eingesetzt. Auch nach wirksamen Arzneimitteln zur Behandlung der viralen hämorrhagischen Fiebererkrankung wird händeringend gesucht. Wie das US-amerikanische National Institute of Health (NIH) mitteilt, ist man hier nun einen Schritt weiter. So wurde die PALM-Studie („Pamoja Tulinde Maisha“, Swahili für „gemeinsam Leben retten“) vorzeitig abgebrochen, da sich zwei Wirkstoffkandidaten als besonders effektiv erwiesen. Eine Interimsanalyse der Studie hatte ergeben, dass bei einer Behandlung mit mAb114 und REGN-EB3 weniger Menschen verstarben als unter ZMapp oder dem Virustatikum Remdesivir. Insbesondere bei einer frühzeitigen Behandlung war die Überlebenswahrscheinlichkeit der infizierten Patienten hoch. Wurde die Therapie innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der Ebola-Symptome begonnen, starben nur 6% bis 11% der Patienten, die REGN-EB3 oder mAb114 erhielten. Bei den beiden vielversprechenden Kandidaten handelt es sich um Antikörperpräparate. mAb114 ist ein monoklonaler Antikörper, der gegen die Rezeptor-bindende Domäne des Ebola-Virus-Glycoproteins gerichtet ist. Bei REGN-EB3 handelt es sich (wie auch bei ZMapp) um einen Mix aus drei monoklonalen Antikörpern. 
mAb114 und REGN-EB3 werden in ­einer Verlängerungsphase der PALM-Studie nun weiter untersucht. |

Literatur

World Health Organization (WHO). Ebola virus disease. www.who.int; Abruf am 16. August 2019

Robert Koch-Institut. Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ebolafieber. www.rki.de; Abruf am 16. August 2019

National Institute of Health (NIH): Independent monitoring board recommends early termination of Ebola therapeutics trial in DRC because of favorable results with two of four candidates. Pressemitteilung vom 12. August 2019; www.nih.gov; Abruf am 16. August 2019

Das könnte Sie auch interessieren

Zwei Erfolg versprechende Kandidaten richten sich gegen das virale Glycoprotein

Mit Antikörpern gegen Ebola

Experimenteller Impfstoff soll Ausbreitung im Kongo und in den Nachbarregionen eindämmen

Ebola fordert Krisenmanagement heraus

Humanarzneimittelausschuss der EMA

Zulassungsempfehlung für ersten Ebola-Impfstoff

„Internationaler Gesundheitsnotfall“ auch in Europa?

Notstand Ebola

Einsatz hat sich im Kongo bereits bewährt

Erste Ebola-Impfung in der EU zugelassen

Virustatikum Favipiravir als Therapeutikum im Gespräch

Grippemittel gegen Ebola

Biologika als Antwort auf drängende infektiologische Probleme

Alleskönner Antikörper

Noch immer keine Impfstoffe und Medikamente zugelassen

Was ist gegen Ebola in der Pipeline?

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.