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Kurz gemeldet: Sanofi verklagt MSD; Zehn Jahre Biosimilars; Klage gegen Preisstopp?
Sanofi verklagt MSD
Sanofi sieht seine Verwertungsrechte am Blockbuster-Insulin Lantus® verletzt. Daher hat das französische Unternehmen seinen Mitbewerber MSD Sharp & Dohme in den USA verklagt. MSD hatte im August bekannt gegeben, dass die US-Aufsichtsbehörde FDA den Zulassungsantrag für ein biosimilares Insulin-glargin angenommen hat. Nach Ansicht von Sanofi hat MSD dabei gegen zehn Patente verstoßen. Die Klage verhilft Sanofi, die Markteinführung des Nachahmers in den USA zu verzögern. Dessen Zulassung kann sich so bis zu 30 Monate verzögern. Wenn keine anderslautende gerichtliche Entscheidung zugunsten des Generika-Herstellers getroffen wird, kann der Originator solange weiter exklusiv vermarkten – das kann sich bei einem Verkaufsschlager wie Lantus® lohnen.
Zehn Jahre Biosimilars
2006 kam das erste Biosimilar auf den deutschen Markt: Omnitrope (Wirkstoff: Somatropin). Kurz darauf folgten die ersten Epo-Biosimilars. Mittlerweile gibt auch Biosimilars zu monoklonalen Antikörpern, etwa Infliximab. Eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Simon Kucher & Partners im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars hat die Entwicklung analysiert und zeigt auf, wo noch Potenziale liegen. Vor allem Zielvereinbarungen auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen verbunden mit verbesserter Information der Ärzte helfen demnach, mit Biosimilars zu sparen. Ebenso Selektivverträge. Biosimilars haben derzeit einen Listenpreis, der bis zu rund 30 Prozent unter dem der Original-Präparate liegt.
Klage gegen Preisstopp?
Bayer erwägt offenbar, gegen die geplante Verlängerung des Preismoratoriums eine Verfassungsklage einzureichen. Bis 2022 soll der bereits seit 2010 geltende Preisstopp für Nicht-Festbetrags-Arzneimittel fortgeführt werden. Nach einem Bericht der Ärzte-Zeitung erklärte Bayer-Vital-Chef Frank Schöning: „Ein Preisstopp über mehr als eine Dekade hinweg ist ordnungspolitisch verfehlt und verfassungsrechtlich bedenklich.“ Eine Klage wäre auf jeden Fall eine Option. 2014 hatte bereits der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) den Gang nach Karlsruhe erwogen. Allerdings hätte der Verband nicht selbst klagen, sondern nur ein klagendes Unternehmen unterstützen können. Dazu kam es jedoch nie.
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