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Viele Berufsschulen müssen schließen

DIHK findet die Lage „besorgniserregend“

Die Zahl der Berufsschulen für ­duale Ausbildungsberufe ist zwischen 2005 und 2013 bundesweit um sechs Prozent gesunken, aber in einigen Bundesländern weitaus stärker: in Thüringen um 42 Prozent, in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um 33 Prozent. Weite Wege für die Azubis und Klagen der Betriebe über mangelnde Angebo­te sind die Folge.
Foto: stockWERK – Fotolia.com

Immer mehr Schulabgänger wollen studieren, die duale Ausbildung ist immer weniger gefragt.

An der bundesweiten Online-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Berufsschulsituation Anfang 2015 haben sich 11.541 Ausbildungsbetriebe beteiligt. Zwar beurteilen die meisten die Lage in ihrer Region als positiv. Aber immerhin fast jeder Fünfte ist „eher unzufrieden“, weitere fünf Prozent sind nicht zufrieden. 40 Prozent der Betriebe rechnen künftig mit einem Mangel an Lehrkräften, der durch die Förderung von Quereinsteigern gemildert werden sollte.

Gewünscht wird eine engere Koope­ration zwischen Schule und Betrieb. Lehrkräfte sollten außerdem regel­mäßig Praktika in den Ausbildungs­betrieben machen, die dann von den Ländern als Fortbildung anerkannt werden sollten.

Probleme im Osten verstärkt

Besonders gravierend ist die strukturelle Ausdünnung in Ostdeutschland. Dies liegt laut DIHK am „dramatischen Geburtenrückgang der 90er-Jahre“. In Brandenburg vermissen ­bereits 35 Prozent der Ausbildungs­betriebe ein bedarfsgerechtes Berufsschulangebot, in Thüringen sind es 36 Prozent. Bundesweit liegt der Wert bei 21 Prozent. Für diverse Berufe ­gebe es überhaupt kein Berufsschul­angebot mehr im eigenen Bundesland.

Für die Auszubildenden sind die Schließungen von Schulen mit längeren Wegen und Blockunterricht verbunden. Hier könnten für ländliche Regionen digitale Lernplattformen und Lernsoftware eine Chance darstellen, um den Unterricht dezentral organisieren zu können. Das wiederum geht nur mit der nötigen Aus­stattung der Schulen und IT-Support. Auch müssten die Azubis weiterhin von den Lehrern intensiv betreut ­werden.

Der DIHK-Präsident Eric Schweitzer hält die Tatsache, dass immer mehr Berufsschulen ihre Tore schließen müssen, für „ausgesprochen be­sorgniserregend“. |

Quelle: DIHK

sjo

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