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Dual, du liegst mir am Herzen

Ein Kommentar von Barbara Neusetzer

Barbara Neusetzer

Duale Studiengänge sind gefragt: 2014 waren über 90.000 Studierende immatrikuliert. Und rund 41.000 Unternehmen sind dabei beteiligt – ein Erfolgsmodell offensichtlich.

Früher hieß das Erfolgsmodell duale Ausbildung. Für andere europäische Staaten wurde sie zum Vorbild. Aber hierzulande befindet sie sich auf dem absteigenden Ast. Studieren ist an­gesagt. Eine Lehre machen? Warum? Die einen Schulabgänger sind so gut qualifiziert, dass sie einen Lehrberuf gar nicht erst in Betracht ziehen. Die anderen teils so schlecht, dass die Firmen die Nase rümpfen. Zwischen Anspruch („am liebsten einen Abiturienten“) und Wirklichkeit (schrumpfende Schülerzahlen, mangelhafte schulische und Sozialkompetenzen) sinkt die Zahl der Ausbildungsplätze, der Berufsschulklassen, ja der Berufsschulen selbst.

Bei den PKA ist das schon seit geraumer Zeit zu beobachten. Hier kommt vieles an Problemen zusammen: ein Frauenberuf, der nur in Westdeutschland üblich war, schlecht bezahlt und daher ab mittlerer Reife aufwärts nicht attraktiv, eine Ausbildung in Klein(st)betrieben, die oft zu wenig Zeit und Interesse für eine gründ­liche Anleitung haben … So stirbt die Ausbildung im Osten aus und ist auch in den Flächenländern problematisch wegen der Entfernung zur nächsten noch existierenden Schule.

Schade, denn Beispiele zeigen, wie wichtig, entlastend und betriebswirtschaftlich vorteilhaft PKA sein können: Wenn man ihnen denn genug Freiraum und Verantwortung gibt. Wenn man die neue Ausbildungsordnung kennt und umsetzt. Und wenn man die Arbeitsbedingungen inklusive des Gehaltes an diesen Qualitäten orientiert – und nicht nach dem ­Motto „die Letzte beißen die Hunde“.

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