Apothekerin Helma Gröschel im Gespräch

„Übertarifliche Bezahlung? Es geht nicht mehr anders“ (Podcast)

Münchingen - 17.01.2022, 07:00 Uhr

Dr. Helma Gröschel und Peter Ditzel (Fotos: privat)

Dr. Helma Gröschel und Peter Ditzel (Fotos: privat)


Apothekerin Dr. Helma Gröschel, Alte Apotheke Herxheim, sucht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Auf Facebook bietet sie interessierten jungen Menschen an, die Schulkosten für die PTA-Ausbildung zu übernehmen. Im DAZ.online-Podcast fragte ich sie, warum sie dies tut und ob sie mit diesem Angebot bereits erfolgreich war. Ich wollte von ihr auch wissen, ob sie eigentlich die Tarifgehälter in der Apotheke zeitgemäß findet.  

Der Mangel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lässt so manche Apothekerin, so manchen Apotheker zu neuen Maßnahmen greifen, um Personal zu finden. Apothekerin Dr. Helma Gröschel, Inhaberin der Alten Apotheke Herxheim und dreier weiterer Apotheken, versucht es auch über Facebook und mit besonderen Anreizen. Sie postete: „Wir in der Alten Apotheke wollen die Nachwuchsarbeit endlich ernst nehmen! Ich möchte jungen Menschen, die sich für den Beruf des/der PTA (Pharmazeutisch-technische AssistentIn) interessieren, die Schule finanzieren, als Gegenleistung erwarte ich dann ein paar Jahre Mitarbeit in der Apotheke... gerne bei mir in der Alten Apotheke melden.“

DAZ.online-Podcast

Ditzels Tagebuch

Sie ist sich natürlich im Klaren darüber, dass der Punkt mit der Gegenleistung, also eine vertragliche Bindung, nach der finanzierten Ausbildung weiterhin in der Apotheke zu arbeiten, rechtlich wohl nicht möglich ist. Da setzt sie dann eher auf Fairness und Dankbarkeit.

Könnte ein Grund für den Mitarbeitermangel auch darin liegen, dass im Vergleich zu anderen Arbeitsplätzen die Gehälter nicht attraktiv genug sind? Der Apothekerin, die noch bis Mitte des vergangenen Jahres Vorsitzende des Verbands „Freie Apothekerschaft“ war, kann sich dies vorstellen. Sie plädiert dafür, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Apotheke auch Perspektiven zu bieten, mehr zu verdienen, beispielsweise durch Übernahme besonderer Aufgaben in der Apotheke. Und für Gröschel ist es klar, dass es schon heute in vielen Apotheken ohne eine übertarifliche Bezahlung wohl nicht mehr geht.

Helma Gröschel, die nach ihrem Pharmaziestudium auch noch Medizin studierte, hat sich dennoch aus verschiedenen Gründen für die Niederlassung als Apothekerin entschieden. Bereut hat sie es nicht. Vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist als Apothekerin einfacher, wie sie sagt: „Heute bin ich mit Leib und Seele Apothekerin.“ Ob sie es noch einmal so machen würde, verrät sie in unserem Podcast.


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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