Optimierung der Grundimmunisierung

STIKO rät nicht zum Janssen- sondern mRNA-Booster

Stuttgart - 14.01.2022, 09:15 Uhr

Links die Impfstoffe der Wahl zum Boostern, rechts die „Außenseiter“. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Links die Impfstoffe der Wahl zum Boostern, rechts die „Außenseiter“. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Mit dem COVID-19-Impfstoff von Janssen ist erst seit kurzem laut Zulassung eine zweite Dosis möglich. Doch die STIKO rät sowohl für die zweite als auch die dritte Impfung zur mRNA-Impfung.

Von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wurde im Dezember 2021 eine zweite Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen zur Zweitimpfung zugelassen, wie die STIKO aktuell in einer Mitteilung erklärt. „Die STIKO empfiehlt jedoch weiterhin allen Personen ≥ 18 Jahre, die eine erste Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, ihre Grundimmunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu optimieren“, heißt es. Auch für die Auffrischimpfung im Mindestabstand von drei Monaten zur 2. Dosis der Grundimmunisierung wird ein mRNA-Impfstoff empfohlen.

Die Einmaldosis galt ursprünglich als Vorteil des COVID-19-Impfstoffs von Janssen (Johnson & Johnson). Doch schon seit Oktober 2021 rät die STIKO, dass eine Grundimmunisierung – „aufgrund des ungenügenden Impfschutzes“ – mit einem mRNA-Impfstoff als zweite Dosis optimiert werden soll.

Erst am 7. Dezember 2021 hatten EMA und ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) gemeinsam allgemeine Empfehlungen hinsichtlich heterologer Impfschemata gegen COVID-19 ausgesprochen. Im Großen und Ganzen können demnach die zugelassenen Impfstoffe sowohl bei der Grundimmunisierung als auch bei Boosterimpfungen frei kombiniert werden. Ein Vektorimpfstoff nach mRNA-Impfung soll jedoch nur in Betracht gezogen werden, wenn es ein Problem mit der Verfügbarkeit von mRNA-Impfstoffen gibt. Die bisherigen begrenzten Daten deuten an, dass eine solche Reihenfolge aus immunologischer Sicht weniger vorteilhaft ist, erklärte die EMA.

Mit der aktuellen STIKO-Empfehlung war zu rechnen. Noch handelt es sich um einen Beschlussentwurf. Änderungen sind daher noch möglich. Die finale Empfehlung der STIKO erscheint dann mit der wissenschaftlichen Begründung zeitnah im Epidemiologischen Bulletin.


Deutsche Apotheker Zeitung / dm
redaktion@daz.online


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7 Kommentare

In Deutschland zählen nur die Antikörper, wirklicher Impfschutz ist nicht interessant

von Jens Wagner am 14.01.2022 um 19:19 Uhr

Gerade jetzt mit Impf-und Boosterminister Lauterbach war das zu erwarten. Empfehlungen der EMA oder Ergebnisse und Studien aus anderen Ländern werden ignoriert, impfen impfen impfen ist die Devise. Hauptsache man bekommt Antikörper ohne Ende, auch wenn das Immunsystem völlig überfahren wird und dann totale Überreaktionen des Körpers drohen. Ich kenne mindestens 10 Leute, die nach einem Booster mit MRNA hospitalisiert werden mussten, weil sie schlimmste neurologische Ausfälle hatten, von Gleichgewichtsproblemen über Sprachstörungen bis zur Ohnmacht, alles dabei. Ich habe auch damals nach langer Recherche mich für den Janssen Impfstoff entschieden und mich letzte Woche bei meinem Hausarzt damit zweitimpfen lassen. Er sieht es genauso wie ich und findet es total schlimm, was hier in Deutschland gerade passiert. Sogar die 4. Impfung ist ja schon in Planung. Die sollten sich mal mit den Studien von J&J beschäftigen, was ein Impfstoff wirklich macht.

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AW: Empfehlungen der EMA

von Andreas P. Schenkel am 15.01.2022 um 22:21 Uhr

Ema-Empfehlungen? Schaunsemal da:

https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-ecdc-recommendations-heterologous-vaccination-courses-against-covid-19-mix-match-approach-can-be

Dieser DAZ-Artikel handelt nicht von Ihrer Zweitimpfung, zu der ich Ihnen herzlich gratuliere. Stattdessen geht es um die Verwendung unterschiedlicher SARS-CoV-2-Impfstoffe und den daraus üblicherweise erwachsenden Vorteil für ein möglichst schlagkräftiges Immunsystem gegen das Virus.

Die EMA schreibt (im oben verlinkten Dokument) hier insbesondere: "Evidence from studies on heterologous vaccination suggests that the combination of viral vector vaccines and mRNA vaccines produces good levels of antibodies against the COVID-19 virus (SARS-CoV-2) and a higher T-cell response than using the same vaccine (homologous vaccination) whether in a primary or booster regimen."
Es entstehen also durch heterologe Impfschemata sogar eher eine "gute Menge Antikörper" und eine höhere T-Zell-Antwort; die "gute T-Zell-Antwort" vermindert nach einer immer noch möglichen infektion die Schwere des Krankheitsverlaufs. Klingt eher vorteilhaft, nicht wahr?

Und wenn Sie so viele Leute mit schlimmsten neurologischen Problemen nach einer mRNA-Booster-Impfung kennen, dann arbeiten Sie wohl auf einer Neurologie-Station. Angesichts der extrem niedrigen Korrelationsrate an solchen Ereignissen, die auch nicht mal ursächlich auf die Impfung zurückgehen müssen, kann es nicht anders sein.

Durch die sehr vielen Impfungen innerhalb einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne treten bei einigen wenigen Personen beide Ereignisse (Booster-Impfung und unabhängig davon schwere neurologische Erkrankungen) zeitgleich auf, jedoch ohne dass die Boosterimpfung die Ursache der neurologischen Ausfälle.

Wie auch immer: Gut, dass Sie sich impfen lassen! Beste Grüße.

AW: Diese hier meine ich:

von Jens Wagner am 17.01.2022 um 18:33 Uhr

https://www.ema.europa.eu/en/news/covid-19-vaccine-janssen-ema-recommendation-booster-dose

Ich selbst nicht, aber meine Frau arbeitet in einem Klinikum der sMax-Versorgung (Stufe 3).

Ist so, und fertig?

von Paul am 14.01.2022 um 15:45 Uhr

Super, eine Begründung gibt's aber nicht von der Stiko, oder? Ich vertraue da eher der EMA. Und auch die Schweiz hat Janssen als Zweitimpfung zugelassen. Ergebnisse aus Südafrika zeigten neulich, dass Janssen teils besser gegen Omikron vorgeht, als Biontech. Ich hab mir letzten Monat als zweite Spritze wieder Janssen geben lassen (inkl. großer Diskussion im Impfzentrum); warum etwas neues ausprobieren, wenn man die erste Dosis gut vertragen hat?

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Ist so, und fertig

von Paul am 14.01.2022 um 23:50 Uhr

Nachtrag: Passend dazu heute die Meldung z.B. im Handelsblatt, dass Biontech zu einem Fünftel des deutschen Wirtschaftswachstum beiträgt. Ein Schelm..... ach, egal.

AW: Ein wenig Geduld

von Andreas P. Schenkel am 15.01.2022 um 23:37 Uhr

Die Begründung gibt es schon, sie ist nur noch nicht veröffentlicht. Ist noch im Entwurfsverfahren, und die Bundesländer und die Fachkreise dürfen noch ihren Senf dazugeben.

Siehe:
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2022-01-13.html

"[..] Die Beschlussentwürfe mit zugehöriger wissenschaftlicher Begründung sind in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren an die Bundesländer und die beteiligten Fachkreise gegangen. Änderungen sind daher noch möglich. Die Empfehlung der STIKO zur COVID-19-Auffrischimpfung bei Kindern und Jugendlichen 12-17 Jahre sowie zur Optimierung der Grundimmunisierung nach COVID-19 Vaccine Janssen erscheint mit der wissenschaftlichen Begründung zeitnah im Epidemiologischen Bulletin. [..]"

P.S. Super, dass Sie geimpft sind!

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