Corona-Impfstoffe

Auch Kürzungen bei Moderna

Stuttgart - 26.11.2021, 14:15 Uhr

Der Impfstoff von Moderna sollte ausreichend zur Verfügung stehen, doch auch hier wird gekürzt. (x / Foto: IMAGO / Sven Simon)

Der Impfstoff von Moderna sollte ausreichend zur Verfügung stehen, doch auch hier wird gekürzt. (x / Foto: IMAGO / Sven Simon)


Die Liefermengen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs seien zwar aktuell begrenzt, der von Moderna stehe aber ausreichend zur Verfügung – diese Message ist derzeit aus dem Bundesgesundheitsministerium zu hören. Doch offenbar kommt es auch bei Moderna regional zu Kürzungen der bestellten Mengen. Darüber informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung ihre Mitglieder, Apothekerkolleg:innen bestätigen das.

Die Impfkampagne nimmt wieder an Fahrt auf. Laut dem Newsletter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) haben die Arztpraxen für die kommende Woche rund 8,57 Millionen Impfstoffdosen bestellt, davon 4,65 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer. Die Zahl der bestellenden Ärzte und Ärztinnen sei auf eine Rekordzahl von rund 100.000 gestiegen. Jedoch könne etwa die Hälfte der Biontech/Pfizer-Bestellungen durch den Bund nicht bedient werden, so die KBV. In der Folge erhielten viele Praxen weniger, als sie bestellt haben. Insgesamt fehlen laut KBV rund zwei Millionen Dosen.

Seitens des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) wird immer wieder betont, dass der Impfstoff von Moderna mit Comirnaty gleichwertig ist und ausreichend zur Verfügung steht. Diese Bestellungen sollten nach Zusicherung des BMG vollumfänglich ausgeliefert werden, schreibt die KBV. Für alle Über-30-Jährigen könnte der also sowohl für Booster- als auch für Erst- und Zweitimpfungen verwendet werden.

Doch offenbar gibt es für Spikevax ebenfalls Beschränkungen. Es komme wohl auch hier regional zu Kürzungen, informiert die KBV. „Dies stellt die Niedergelassenen zum wiederholten Male vor massive Probleme, mit denen ihr enorm hohes Engagement ohne Not ausgebremst wird“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen. „Die Praxen legen teilweise Sonderschichten ein, um noch vor Weihnachten so viele Menschen wie möglich zu impfen. Und jetzt mangelt es erneut an Impfstoff“, sagte KBV-Vizechef Stephan Hofmeister.

Regionale Unterschiede

Apotheker:innen bestätigen, das auch die Moderna-Bestellungen nicht vollumfänglich ausgeliefert werden – allerdings mit großen regionalen Unterschieden. So berichtet ein Kollege aus dem Stuttgarter Raum, dass er zwar seine ursprünglich bestellten zwei Ampullen über Sanacorp erhalten habe, dass aber nicht mehr nachbestellt werden konnte, weil der Impfstoff laut Informationen des Großhändlers ebenfalls kontingentiert wurde. Noweda in Münster scheint gut bevorratet: Von 130 bestellten Vials habe er alle erhalten, erzählt ein Kollege aus der Nähe von Osnabrück. Bayerische Kollegen, die ihre Bestellungen bei Phoenix aufgegeben haben, können sich immerhin über knapp die Hälfte der bestellten Moderna-Vials freuen. 18 von 38 gab es, so ein Apotheker auf Nachfrage der DAZ. Ein weiterer bestätigt, in einer ähnlichen Größenordnung von Phoenix bedacht worden zu sein. Das BMG hat sich bislang auf Nachfrage zu dem Moderna-Liefermengen nicht geäußert. 

Verspätete Bestellungen: BMG prüft, was möglich ist

Das BMG weist darauf hin, dass einige Impfzentren beziehungsweise Praxen in dieser Woche verspätet bestellt haben, obwohl der Bestellablauf seit April dieses Jahres bekannt sei – die komplexe Logistik mache einen Vorlauf von mehreren Tagen notwendig. Trotzdem prüfe das BMG aktuell gemeinsam mit dem Großhandel, was von den verspätet eingegangenen Bestellungen noch kurzfristig wie adressiert werden könne, so ein Sprecher. Insgesamt würden aufgrund der bis Dienstagmittag eingegangenen Bestellungen  kommende Woche knapp elf Millionen Impfdosen für Boosterimpfungen an Arztpraxen und Impfzentren geliefert, erklärt er weiter.

Zusammen mit den mehr als sieben Millionen Booster-Dosen, die bereits diese Woche ausgeliefert wurden, stünden also 18 Millionen Impfdosen für Booster-Impfungen zur Verfügung. Zum Vergleich: Diese Woche seien bislang 2,7 Millionen Impfungen verabreicht worden – in der Woche zuvor waren es 2,65 Millionen Impfungen.

Kommende Woche fünf Vials bestellbar

Die Höchstbestellmenge für den Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde für die Woche vom 6. bis 12. Dezember auf 30 Dosen (fünf Vials) festgesetzt. Abhängig von der Zahl der bestellenden Ärztinnen und Ärzte müssten Praxen sich allerdings darauf einstellen, dass sie weniger als 30 Dosen erhalten (zwischen 18 und 24). Unbegrenzt bestellbar ist weiterhin der Impfstoff von Moderna. Eine Garantie, dass die Praxen vollumfänglich beliefert werden können, gibt es aber nicht.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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