Spahn senkt Apothekenvergütung

Bald gibt es nur noch 3,90 brutto pro Maske

Berlin - 05.02.2021, 16:30 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stutzt die Vergütung der Apotheken für die Ausgabe von Schutzmasken von 6 Euro brutto auf nunmehr 3,90 brutto zurecht. (Foto: IMAGO / Lagencia)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stutzt die Vergütung der Apotheken für die Ausgabe von Schutzmasken von 6 Euro brutto auf nunmehr 3,90 brutto zurecht. (Foto: IMAGO / Lagencia)


Die Vergütung von 6 Euro je Maske ist futsch: Per Verordnung ändert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Preis, den Apotheken je auf Staatskosten ausgegebener Schutzmaske abrechnen können. Statt wie bisher 6 Euro bekommen die Betriebe demnach künftig nur noch 3,90 Euro brutto je Maske. Im Vergleich zum Referentenentwurf fällt die Vergütung damit sogar noch um wenige Cent geringer aus als geplant.

Mehr Arbeit, weniger Geld: Allen Argumenten der ABDA zum Trotz senkt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Vergütung der Apotheken für die Ausgabe von Schutzmasken an Risikopatient:innen und Senior:innen auf 3,90 brutto je Maske. Das entspricht knapp 3,28 Euro netto, also sogar 2 Cent weniger als ursprünglich geplant. Im Referentenentwurf der Verordnung zur Änderung der Corona-Schutzmasken-Verordnung war noch von 3,30 Euro netto die Rede gewesen. Die entsprechende Verordnung zur Änderung der Corona-Schutzmasken-Verordnung ist am heutigen Freitagnachmittag im Bundesanzeiger erschienen und tritt morgen in Kraft. Die ABDA hatte in ihrer Stellungnahme zum Entwurf eine Vergütung von mindestens 4,03 netto gefordert.

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Für Empfänger von Arbeitslosengeld II, die neu zum Kreis der Anspruchsberechtigten gehören, gilt der neue Preis unmittelbar. Sie sollen nach dem Willen des Ministers ein Informationsschreiben ihrer Kasse erhalten, das sie gemeinsam mit einem Lichtbildausweis in der Apotheke vorzulegen haben. Dafür bekommen sie zehn FFP2-Masken oder Masken vergleichbarer Qualität. Die Masken müssen bis zum 6. März in den Apotheken abgeholt werden, eine Eigenbeteiligung ist nicht vorgesehen. Das Schreiben bleibt in der Apotheke und wird mit Stempel und Unterschrift der abgebenden Person versehen. Bis Ende 2024 müssen die Betriebe die Schreiben aufbewahren.

Bei Masken, die Apotheken auf Vorlage eines Vouchers an Risikopatienten und Senioren abgeben, hat Spahn nachgebessert. Nun heißt es:


(3) Die Apotheke erhält einen Erstattungspreis in Höhe von 3,90 Euro einschließlich Umsatzsteuer
 1. für jede Schutzmaske, die nach § 4 Absatz 2a Satz 1 abgegeben wird, und
 
2. abweichend von Absatz 2 für jede nach § 4 Absatz 2 Satz 1 abgegebene Schutzmaske, auf die nach § 2 Absatz 2 im Zeitraum vom 16. Februar 2021 bis zum Ablauf des 15. April 2021 ein Anspruch besteht.“

Verordnung zur Änderung der Corona-Schutzmasken-Verordnung


Demnach sind beim Einlösen der Voucher nur diejenigen Masken von der Preissenkung betroffen, die bei Vorlage des Berechtigungsscheins Nummer 2 ausgegeben werden. Ursprünglich hatte der Minister mit dem 10. Februar einen Stichtag angepeilt, ab dem grundsätzlich alle Masken nur noch mit 3,30 abgerechnet werden sollten. Nach der jetzt gewählten Formulierung sind Masken, die Risikopatient:innen und Senior:innen bei Vorlage von Voucher Nummer 1 bekommen, von der Regelung ausgenommen. Diese können folglich weiterhin mit 6 Euro je Maske abgerechnet werden, unabhängig vom Einlösedatum.

Abzuwarten bleibt, wie letztlich die Abrechnungsmodalitäten aussehen werden. Auf Anfrage von DAZ.online konnten sich dazu bisher weder die ABDA noch das Bundesministerium für Gesundheit oder das Bundesamt für Soziale Sicherung, mit dem wiederum die Rechenzentren abrechnen, dazu äußern. Zu beachten ist in jedem Fall, dass die Masken, die an Empfänger der Grundsicherung verteilt werden, einmalig abgerechnet werden, während für Masken, die an Risikopatient:innen und Senior:innen gehen, weiterhin eine monatliche Abrechnung vorgesehen ist.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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12 Kommentare

Masken

von Frederik Griebel am 13.02.2021 um 21:53 Uhr

Bei unter einem Euro Einkauf, mir sind Einkaufspreise von 0,59€ brutto bekannt, ist jeder Schein der ersten Ausgabe,
über 30€ Cash in der Kasse.
Das lohnt sich ja schon fast mehr, als Drogenhandel!
Kriegt ihr mal wieder nicht den Hals voll genug?
Meine Apothekerin verkauft Masken für 1,79€, finde ich für eine Apotheke einen fairen Preis.
Wieso denn der Krankenkasse mehr abknöpfen?
Abzocke!
Ganz üble Abzocke!
Und da wundert ihr euch, das Apotheker einen schlechten Ruf haben?
Ich nicht!

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Masken

von Jutta Müller am 13.02.2021 um 22:56 Uhr

Erst nachdenken, dann schimpfen! Abzocke wäre es vielleicht, wenn die Apotheken diesen Preis selber festgelegt hätten, haben sie aber nicht. Hat der Minister so festgesetzt, wurde von den Apotheken auch nicht gefordert. Und den Menschen, der sagt „ ach sorry, ist mir zu viel, will ich nicht“, den will ich sehen. Zudem liegen die Maskenpreise jetzt bei 95 Cent, als sich die Apotheken im Dezember eingedeckt haben, waren sie noch höher. Kann man zugegebenermaßen als Außenstehender nicht wissen, es ist aber definitiv nicht wie bei Fielmann, wo, wenn man seinen Artikel irgendwo günstiger sieht, die Differenz erstattet bekommt. Man muss dann einfach damit leben, dass man schlechter eingekauft hat.

AW: Masken

von Frederik Griebel am 14.02.2021 um 1:31 Uhr

Als klar war, das Apotheken Masken verteilen sollten, war in einer Zeitnung für Apotheker zwei Beilagen.
Jede mit einer Probemaske.
Das eine Angebot kostete 59 Cent netto.
Annahme mindestens 1200, bereits 6 Masken je Tüte verpackt.
Also 3,54 netto Einkaufspreis, brutto Abgabepreis 36€.
Das Apotheken auch Gewinn machen müssen, klar, aber leider hat der Ausspruch" Apothekerpreise" hier gezeigt, das der Ausspruch nicht von ungefähr kommt.
Wie auch vorher geschrieben, eine Apotheke in Hamburg wirbt selbst im Schaufenster mit 1,79€ für eine Maske.
Finde ich ein fairen Preis.
Ach ja, auch Deutsche Masken gibt es schon für unter 1€ Einkaufspreis.



Martin Niemöller

von Hans-Peter Karle am 13.02.2021 um 13:30 Uhr

Wie kann man den Namen Niemöller für diese niedrigen Beweggründe missbrauchen, er hätte sich nicht am Leid der Bevölkerung bereichern wollen.

Dipl,Ing. HP Karle
Für meine Firma habe ich 5000 FFP2 zertifizierte Masken für 0,95 €/Maske gekauft

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Schuld an dieser Absenkung...

von Gunnar Müller, Detmold am 07.02.2021 um 8:55 Uhr

... ist erst einmal der so sehr von der ABDA-Präsidentin umschwärmte Jens Spahn! Denn der hat wieder einmal keinen A... in der Hose, zu seiner auskömmlichen Eilverordnung von Dezember zu stehen!!
Damals hat das (noch) bestehende deutsche Apothekensystem und haben wir Apotheken vor Ort - nach langem Gequatsche der Politik - den Betroffenen eilfertigst dieses Weihnachtsgeschenk ermöglicht und eben diesen Politikern eilfertigst den A... gerettet!!!
Aber davon will hinterher keiner mehr wissen, reden erst recht nicht und entsprechend handeln gar nicht...
wegen „Pacta sunt servanda“...!
Und die ABDA hat sich offensichtlich nicht einmal für sinnvolle und für die Apothekerschaft durchführbare Abläufe einbringen können, so dass wir die Hartz IV-Masken zusätzlich (!!) und quasi für Null (!! s. die Differenzerlöse vor Hartz IV-Abgabe zu danach) und dann auch noch vorfinanziert abgeben müssen!!
Denn wie anders sind die nicht bestehen Regelungen und der nicht-passende Endtermin (05.03.2021) für die Hartz IV-Abgabe zu verstehen?!
Nein, hier widerspreche ich den geschätzten Kollegen:
Frau Overwiening hat hier wieder einmal schlicht versagt - das erste Mal als ABDA-Präsidentin.

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Honorarabsenkung

von Friedrich Böckle am 05.02.2021 um 21:35 Uhr

An dieser Absenkung sind einzig und allein unsere Super-
Marketing-Kollegen schuld, die mit Verzicht auf 2 €, Zugabe von Gratismasken, Vergabe von Bonuspunkten etc. den
Medien genug Futter gegeben haben mit dem Fazit: Die Apotheken haben einen zu großen Aufschlag. Die Reaktion eines Herrn Spahn war somit konsequent. Und diese Kollegen sind die ersten, die dann die ABDA der Unfähigkeit beschuldigen.

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AW: Honorarabsenkung

von Dr.Diefenbach am 06.02.2021 um 14:45 Uhr

Ihrem Kommentar ist aber auch gar nichts hinzuzufügen,Es stimmt Alles.Die Geier werden es nicht hören wollen, auch hier kommt weiter unten bei einem Teilnehmer, dessen Namen ich nicht in den Mund nehme,die unerträgliche Doppelzüngigkeit zum Vorschein.Da kann auch Frau Overwiening nichts ausrichten wenn ihr bundesweit derart der Boden unter den Füssen weggezogen wird

Anstatt 6 Masken 10Masken

von Thomson am 05.02.2021 um 21:17 Uhr

Mein Vorschlag wäre anstatt 6 Masken für den 2.Berechtigungschein, 10 Masken für 3.90 Brutto abzugeben.
So hätte man sich am besten einigen können.

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Masken und unser Ende

von Martin nahe Straulino am 05.02.2021 um 19:21 Uhr

Gedanken zur ABDA:
Als uns das im Koalitionsvertrag versprochene RX-Versandverbot gestohlen wurde, haben wir geschwiegen.
Als wir bei der per Rechtsverordnung zugesagten Entlohnung für die Beschaffung, Vorfinanzierung, Verteilung und Beratung der FFP2-Masken betrogen wurden, haben wir geschwiegen.
… dann gab es keinen mehr, der protestieren konnte ... (s.u.)

Was will ich damit bezüglich der Masken-Entlohnung sagen:
Wenn die ABDA jetzt nicht sofort mit rechtlichen Schritten droht und diese dann auch wirklich einleitet, dann schafft sie sich selbst ab!!!

Anlage:
1 Wir haben ausschließlich deutsche Qualitätsmasken mit Beratung abgegeben.
2 Mein Vertrauen an den Rechtsstaat ist schwer erschüttert.
3 Erinnerungen aus meinem Deutschunterricht von vor über 40 Jahren:
Martin Niemöller, deutscher evangelischer Theologe, * 14.01.1892, † 06.03.1984
Martin Niemöller über Gemeinschaft:
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

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Maskenvergütung

von Conny am 05.02.2021 um 17:10 Uhr

Koaltionsvertrag : Scheissegal Verordnung : Scheissegal Kaufpreis der Millionenvilla veröfftlichen: wird versucht gerichtlich zu verbieten. Ein Mann ein Wort, nicht bei Herrn Spahn. So sind die heutigen Politiker.

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AW: Maskenvergütung

von Maske am 05.02.2021 um 19:34 Uhr

Was regen Sie sich auf? Haben Sie nicht auf die zwei Euro Eigenbeteiligung verzichtet?

AW: Maskenvergütung

von Conny am 05.02.2021 um 20:01 Uhr

@Maske : ja habe ich , es war und ist der Renner ! Darum geht es aber jetzt nicht.

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