Coronavirus

NARZ/AVN jetzt beim TK-Telemedizin-Projekt dabei

Berlin - 25.05.2020, 15:00 Uhr

TK-Versicherte, die an COVID-19 leiden oder Symptome haben, können sich online beraten lassen und mögliche E-Rezepte in immer mehr Apotheken einlösen. (s / Foto: imago images / photothek)

TK-Versicherte, die an COVID-19 leiden oder Symptome haben, können sich online beraten lassen und mögliche E-Rezepte in immer mehr Apotheken einlösen. (s / Foto: imago images / photothek)


Das Telemedizin-Projekt der Techniker Krankenkasse zur Betreuung von Coronavirus-Patienten und -Verdachtsfällen wächst. Am heutigen Montag teilte die Kasse mit, dass etwa 3.000 weitere Apotheken, insbesondere aus dem norddeutschen Raum, daran teilnehmen können, weil das Norddeutsche Apotheken-Rechenzentrum (NARZ) und die Apotheken-Verrechnungsstelle Dr. Carl Carstens (AVN) nun Partner sind. Bislang konnten nur Apotheken teilnehmen, die Kunde beim Dienstleistungskonzern Noventi sind.

Seit Ende April bietet die TK ihren Versicherten, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind oder an verdächtigen Erkältungssymptomen leiden, ein besonderes Pilotprojekt an: Die Patienten können sich via Handy-App ärztlich beraten lassen und – falls es medizinisch geboten ist – ein E-Rezept im Anschluss an die Beratung erhalten. Das Rezept bekommen die Patienten als Code in ihre App – von da aus kann die Verordnung an die Apotheker weitergeleitet werden. Die technische Infrastruktur des Modellprojekts stammt von der Firma E-Health-Tec, einer Tochter des DocMorris-Mutterkonzerns Zur Rose.

Zur Anbindung an das System der Vor-Ort-Apotheken kooperierte die TK bislang exklusiv mit dem apothekereigenen Dienstleistungskonzern Noventi. Daher konnten ausschließlich Apotheker mit Awinta-Software teilnehmen, die gleichzeitig bei einem Noventi-Rechenzentrum abrechnen. Im Interview mit DAZ.online hatte Noventi-Chef Dr. Hermann Sommer erklärt, wie es zu der Kooperation gekommen war.

Jetzt baut die TK ihr Modellprojekt aus. Laut einer Mitteilung der Kasse können ab sofort bis zu 3.000 weitere Apotheken ein E-Rezept annehmen und mit der TK abrechnen. „Mit dem NARZ haben wir einen guten Partner an der Seite, um die Digitalisierung im Apothekenbereich voranzutreiben und weitere Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen, in der Mitteilung. Und weiter: „Der Raum für Innovationen ist in diesem Bereich noch groß. Für unsere Kunden wird durch die Etablierung von Digitalisierung die Versorgung spürbar verbessert werden. Aber auch die Apotheken profitieren von deutlich effizienteren Abläufen.“

In welchen Konstellationen ist die Teilnahme möglich?

Hanno Helmker, Geschäftsführer von NARZ und AVN, ergänzt: „Wir freuen uns, mit unserem Beitritt zum E-Rezept-Projekt der TK alle NARZ/AVN-Apotheken in die Lage zu versetzen, bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv mitzuwirken.“ Eine Sprecherin der TK erklärte gegenüber DAZ.online, welche Apotheken nun rein theoretisch am Projekt teilnehmen  könnten: „Mit der Teilnahme des NARZ/AVN können alle Apotheken, die Aposoft einsetzen und beim NARZ/AVN abrechnen, an unserem Projekt teilnehmen. Ebenso können auch Apotheken, die Noventi Warenwirtschaftssysteme einsetzen und beim NARZ/AVN abrechnen, eingebunden werden und umgekehrt.“

Der Sprecherin zufolge steht die TK derzeit noch mit weiteren Software-Anbietern und Rechenzentren wegen einer Ausweitung des Projekts in Verbindung. TK-Bremen-Chefin Susanne Klein erklärte schließlich: „Die Corona-Krise zeigt uns nun sehr deutlich, wie wichtig es ist, die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter voranzutreiben. Mit Hilfe des E-Rezepts können persönliche Kontakte reduziert werden, da die Verordnung digital über eine App übermittelt werden kann.“


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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