Aus der Hochschule

Arbeitsplatz Pharmaindustrie – so gelingt der Einstieg

DPhG stellt Mentoring-Programm vor

Seit dem Frühjahr 2021 läuft das erste Mentoring-Programm der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG). Den Doktorandinnen und Doktoranden, die sich für einen Arbeitsplatz und Karriereweg in der pharmazeutischen Industrie interessieren, eröffnen sich mit diesem Programm vielfältige und individuelle Einblicke hinter die Kulissen der Arbeitswelt in der pharmazeutischen Industrie.

Wer nach Pharmaziestudium und Promotion einen Arbeitsplatz in der pharmazeutischen Industrie ins Auge fasst, sieht sich mit einer Vielzahl an Möglichkeiten konfrontiert. Die Entscheidung fällt nicht leicht – welcher Weg ist der richtige? Die Job-Beschreibungen sind häufig sehr vage oder bisweilen kryptisch. Hilfreiche Kontakte fehlen vielen Doktoranden ebenso. Genau hier setzt das Mentoring-Programm der DPhG an: „Wir wollen beide Seiten näher zusammenbringen und den Austausch anregen, um den Berufseinstieg zu erleichtern“, sagt Dr. Hendrik von Büren, Geschäftsführer für Forschung & Entwicklung bei AbbVie Deutschland und Vizepräsident der DPhG. „Gerade in forschenden Pharmaunternehmen bieten sich unzählige spannende Optionen.“

Start mit vier Plätzen

Die Premiere für das Mentoring-Programm der DPhG fand im Rahmen der DPhG-Doktorandentagung im März 2021 statt. Insgesamt bewarben sich rund 25 Doktorandinnen und Doktoranden für die vier Mentee-Plätze. Da die Veranstaltung Corona-bedingt virtuell durchgeführt wurde, gab es ein spezielles Auswahlverfahren: Zusätzlich zur Bewertung der eingereichten Abstracts und Kurzpräsentationen fand ein fünfminütiges Speed-Dating zwischen den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und den Vertreterinnen und Vertretern der drei stiftenden Unternehmen Abbvie, Bayer und Sanofi statt.

Mentees geben Richtung vor

Auf sechs Monate sind die Mentorings angelegt, alle finden im 1 : 1-Austausch zwischen Mentor und Mentee statt. Ob es um Lebensläufe und Bewerbungsfragen geht oder aber auch um per­sönliche Details, die für die Mentees relevant sind, wie Auslandsaufenthalte oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Es sind die Mentees, die die Richtung vorgeben und bestimmen, was passiert. „Wir haben uns im ersten Gespräch mit unserem Mentee Natalie Deiringer entspannt über ihre Interessen unterhalten und überlegt, wo Karriereoptionen liegen könnten“, erklärt Dr. Susanne Griffiths, Director of Business Operations bei AbbVie. Nach und nach wurden die Themen immer konkreter. So konnte sie bei speziellen Fragen den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Forschung oder Talent Acquisition vermitteln. Dazu gab es viele hilfreiche Tipps und Tricks der Expertin. „Der Austausch war sehr persönlich. Und in diesem geschlossenen Rahmen traut man sich dann auch Fragen zu stellen, die man sonst eher ausgeklammert hätte“, berichtet Mentee Natalie Deiringer. Die Wissenschaftlerin promoviert derzeit an der Universität München und untersucht, wie man die Bildung von Proteinpartikeln in peristaltischen Pumpen verringern oder vermeiden kann.

Die Tipps von Menschen auf „der anderen Seite“ haben auch den Doktoranden Christian Grune begeistert: „Wie haben andere den Einstieg nach der Promotion geschafft und warum sind sie dort gelandet, wo sie nun arbeiten? Diese Fragen finde ich hochspannend.“ Grune befasst sich in seiner Disser­tation mit der Entwicklung von nachhaltigen Herstellungsprozessen für nanopartikuläre Arzneiformen zur gezielten Therapie von entzündlichen Erkrankungen. Auch sein Mentor bei AbbVie schätzt das neue Format: „Ich finde es schön, meine Erfahrungen und Sichtweisen weiterzugeben und umgekehrt mitzubekommen, worauf der Nachwuchs heute Wert legt und welche Probleme sich stellen“, sagt Dr. Martin Bultmann, Director und Head of Process Engineering Sciences für NBE (New Biological Entities) bei AbbVie. Im Vergleich zu früher habe sich hier einiges verändert.

Gegenseitig am Ball bleiben

Das Mentoring-Programm sei somit eine gute Chance, gegenseitig am Ball zu bleiben. Außerdem konnte Bultmann Einblicke in Forschungsbereiche bei AbbVie geben, die nach außen hin gar nicht so bekannt seien. Aufgrund der Pandemie fand der bisherige Austausch vorwiegend virtuell statt. Für 2022 steht die nächste Runde an – dann hoffentlich wieder mit mehr Möglichkeiten für persönliche Treffen. Ein Interview mit dem Mentor Dr. Frank Kramer, Director Medical Devices & eHealth Clinical bei der Bayer AG in Wuppertal, und dem Mentee Lukas Kovar, Doktorand an der Uni Saarbrücken, finden Sie auf der Homepage der DPhG unter dphg.de. Im Interview erläutern sie, wie Mentor und Mentee zusammengekommen sind, warum sie an dem DPhG-Mentoring-Programm teilgenommen haben und was sie sich davon versprochen haben.

Mitteilung der DPhG

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