Prisma

30 minutes a day

... keep stress away

Foto: devenorr/AdobeStock

us | Oft bleibt zwischen Arbeit, Berufsverkehr und Haushalt kaum Zeit für echte Entspannung. Auch psychische Belastungen wie Einsamkeit und Zukunftsängste erhöhen das Stress­level. Dabei wäre Entspannung so wichtig, denn chronischer Stress gilt auch als Auslöser von körperlichen und seelischen Erkrankungen. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung des Glucocorticoids Cortisol. Dieses Stresshormon aktiviert den Stoffwechsel und stellt dem Organismus in Zeiten von Stress zusätzliche Energie zur Verfügung, wirkt jedoch auch immunsuppressiv. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften haben nun eine Studie veröffentlicht, in der sie den lang­fristigen Einfluss eines mentalen Trainingsprogramms auf das Stresslevel von rund 330 Probanden untersuchten. Die Teilnehmer absolvierten ein bis zu neunmonatiges Programm aus Aufmerksamkeits- und Dankbarkeitsübungen, Meditationen und Atemübungen. Zu Beginn besuchten sie ein dreitägiges Seminar, in dem sie das Konzept und die Techniken des Trainings erlernten. Danach nahmen sie jede Woche an einer Gruppensitzung teil. Weiterhin waren sie aufgefordert, an fünf Tagen der Woche für je 30 Minuten ihre Übungen selbst durchzuführen. Alle drei Monate entnahmen die Wissenschaftler Haarproben, in denen sie als langfristige Stress-Biomarker die Cortisol- und Cortison-Konzentrationen bestimmten. Im Verlauf eines halben Jahres reduzierten sich die Cortisol-Konzentrationen in den Haaren der Probanden um durchschnittlich 25%. Die Studie zeigt also, dass verschiedene Entspannungsübungen, wenn sie regelmäßig korrekt ausgeführt werden, den akuten und chronischen Stress objektiv messbar senken können. Dreißig Minuten Meditation und Achtsamkeit am Tag können genügen. |

Literatur

Puhlmann LMC et al. Contemplative Mental Training Reduces Hair Glucocorticoid Levels in a Randomized Clinical Trial. Psychosom Med 2021;83(8):894-905, doi: 10.1097/PSY.0000000000000970

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