Prisma

Rote Bete senkt den Blutdruck

Wirkprinzip: Nitrat

cae | Aufgrund ihres natürlichen Nitratgehaltes erscheint die Rote Bete geeignet, geringgradige kardiovaskuläre Störungen kurzfristig zu bessern. Ein Langzeitnutzen erscheint jedoch fraglich.
Foto: karepa – Fotolia.com

Ein Glas täglich kann eine indizierte Arzneitherapie wohl nicht ersetzen, schadet aber auch nicht.

Erst kürzlich hatte eine Studie den Nutzen von Rote-Bete-Saft bei endo­thelialer Dysfunktion während eines Aufenthaltes im Hochgebirge gezeigt (s. DAZ 2015, Nr. 42, S. 8). Nun erwies sich der Gemüsesaft auch bei älteren Patienten (Ø 69 Jahre) mit diastolischer Herzinsuffizienz und Bluthochdruck (aber ohne koronare Herzkrankheit) als gesundheitsförderlich. Die 20 Teilnehmer tranken eine Woche lang täglich ein Glas Rote-Bete-Saft, der in der Verumgruppe 6,1 mmol (378 mg) Nitrat enthielt und in der Placebogruppe ni­tratfrei war (zum Vergleich: Grenzwert im Trinkwasser: 50 mg/l). Nach einer Woche war der systolische Blutdruck in der Verumgruppe auf durchschnittlich 120 mmHg gefallen (Placebogruppe: 134 mmHg). Beim Ergometer war die submaximale aerobe Ausdauer nur in der Verumgruppe wesentlich gestiegen, und zwar um durchschnittlich 24 Prozent. Die Nitrit- und Nitratspiegel im Serum hatten sich in der Verum­gruppe verdoppelt bzw. vervierfacht.

Wie bei der langfristigen Anwendung nitrathaltiger Arzneimittel dürfte sich allerdings auch bei längerem, regelmäßigem Genuss von Rote-Bete-Saft eine Nitrattoleranz entwickeln. |

Quelle

Eggebeen J, et al. One Week of Daily Dosing With Beetroot Juice Improves Submaximal Endu­rance and Blood Pressure in Older Patients With Heart Failure and Preserved Ejection Fraction.

JACC Heart Fail; epub 2.2.2016

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