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Erste Patentarznei-Rabattverträge bei GWQ | Immer mehr Apotheken insolvent | Pharmadialog im Nebel

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Erste Patentarznei-Rabattverträge bei GWQ

Der Krankenkassendienstleister GWQ ServicePlus hat seine erste Ausschreibung im Patentarzneimittelbereich unter Dach und Fach gebracht. Nicht alle ausgeschriebenen Lose konnten bezuschlagt werden. Für 42 Krankenkassen schloss GWQ Rabattverträge über drei Wirkstoffe. Diese starten am 1. Oktober und haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Einen Rabattvertrag gibt es über den Gerinnungshemmer Innohep® (Tinzaparin): Der Zuschlag ging exklusiv an die LEO Pharma GmbH, die deutsche Tochter des dänischen Originalherstellers. Vergeben wurden auch die Lose für die HIV-Arzneimittel Darunavir und Atazanavir (Arzneimittelimporteur Haemato Pharm). Kein Gebot gab es hingegen für die Wirkstoffkombination aus Formoterol und Beclometason. Die nächste Ausschreibungsrunde für patentgeschützte Arzneien soll Ende September starten.

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Immer mehr Apotheken insolvent

Die Zahl der Apotheken-Insolvenzen nimmt tendenziell zu, wie ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der letzten 13 Jahre zeigt. Meldeten die deutschen Amtsgerichte 2002 noch elf Insolvenzverfahren, waren es 2012 bereits 41. Im vergangenen Jahr gingen mit 26 zwar wieder etwas weniger Apotheken insolvent. Hält der Trend des ersten Halbjahres 2014 aber an (15 Insolvenzen nach 13 im Vorjahreszeitraum), dürfte die Zahl auf das Gesamtjahr gesehen erneut ansteigen.

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Pharmadialog im Nebel

Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, will die Bundesregierung mit der pharmazeutischen Industrie über die Arzneimittelpolitik in Deutschland ins Gespräch kommen – beim „Pharmadialog“ am 15. September im Bundesgesundheitsministerium (BMG). Nur so viel steht fest: Inhalt und Zielrichtung des Dialogs liegen im Nebel und die Erwartungen weit auseinander. Eine gute Stunde Zeit nehmen will sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Mit am Tisch sitzen werden das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Kanzleramt sowie unter anderem die vier Pharmaverbände BPI, vfa, BAH und Pro Generika. Die Bundesregierung möchte vor allem über die Themen Forschung und Entwicklung, über die Versorgungssicherheit und Lieferengpässe reden und darüber, dass pharmazeutischer Fortschritt bezahlbar bleiben muss. Angesichts der Themen liegt es nicht fern, dass auch Apotheker zum Dialog eingeladen werden. Das ist allerdings nicht der Fall. Der ABDA war der Termin nicht einmal bekannt. Mindestens bis Frühjahr 2016 soll der Pharmadialog dauern. Dafür soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die sich bis dahin drei Mal treffen wird.

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