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DAK kontrolliert Rabattabgabequoten

Die DAK-Gesundheit will Apotheken abmahnen

BERLIN (jz). Die DAK-Gesundheit will Apotheken zu einer "besseren Umsetzung der bestehenden Rabattverträge" aufrufen. In einem Schreiben kündigte die Kasse den Landesapothekerverbänden eine geplante Aktion an, in der bundesweit rund 1500 Apotheken angeschrieben und über ihre individuelle Abgabequote von Rabattartikeln informiert werden sollen. Das seien lediglich Überlegungen, erklärte ein DAK-Sprecher gegenüber der DAZ. Die Aktion ist noch nicht angelaufen.

Rabattverträge berücksichtigt? Die DAK Gesundheit will 1500 Apothekenüber ihre Rabattquote informieren. Ziel ist eine „bessere Umsetzung derbestehenden Rabattverträge“. (Foto: contrastwerkstatt – Fotolia.com)

"Grundlage der Aktion ist das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 129 SGB V, das eine Ausgabe von Rabattpräparaten rechtlich vorgibt", heißt es im Schreiben der Kasse an Landesapothekerverbände. Die DAK-Gesundheit versuche durch die frühzeitige Information "Apotheken zu helfen, unnötige finanzielle Belastungen durch Retaxierung zu vermeiden". Man wolle Apothekern mit der Aktion ermöglichen, schon "rechtzeitig durch gezieltes Gegensteuern die Rabattumsetzungsquoten zu verbessern", heißt es dort weiter.

Bislang nur wenige Details

Nach welchen Kriterien die 1500 Apotheken ausgewählt und wie die jeweiligen Rabattquoten berechnet wurden, wird in dem Schreiben nicht beschrieben. Die Kasse erklärt lediglich, dass aus DAK-Verordnungen des Jahres 2011 acht Wirkstoffe ausgewertet wurden, bei denen keine pharmazeutischen Bedenken zu erwarten seien und deren Lieferfähigkeit gewährleistet sei: Alendronsäure, Amlodipin, Clopidogrel, Losartan, Losartan HCT, Metformin, Ramipril und Tamsulosin. Verordnungen mit Aut-idem-Kreuz seien bei der Auswertung ausgeschlossen worden.

HAV reagiert kritisch – DAK sucht Gespräch

Der Hessische Apothekerverband reagierte auf die Ankündigung kritisch, schließlich hätten ähnliche Aktionen verschiedener Krankenkassen in der Vergangenheit bereits zu erheblicher Verunsicherung und zu Ärgernis unter den Apothekern geführt. So sei es nicht plausibel, dass bei den ausgewählten Wirkstoffen pharmazeutische Bedenken nicht zu erwarten seien – diese könnten vielmehr bei jedem Wirkstoff auftreten. Und die Vielzahl der täglich als nicht verfügbar registrierten Pharmazentralnummern spräche auch nicht für die laut Kasse gewährleistete Lieferfähigkeit.

Auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher der DAK-Gesundheit, es gebe derzeit Überlegungen zur Durchführung einer solchen Aktion: "Das ist keine finale Entscheidung" – man befinde sich "in der Vorbereitungsphase". Inhaltliche Angaben zur Aktion könne er allerdings nicht machen. Er kündigte jedoch ein Gespräch zwischen Kasse und Deutschem Apothekerverband an. Geplant sei, bei einem Treffen Ende der Woche über die Aktion zu sprechen.


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