DAZ-Adventsrätsel – Tag 23

Blut und Brot

Stuttgart - 23.12.2023, 07:00 Uhr

Die Lebkuchenmänner lächeln zwar nett, den Blutglucose-Spiegel lassen sie aber trotzdem steigen. (Foto: sonyachny / AdobeStock)

Die Lebkuchenmänner lächeln zwar nett, den Blutglucose-Spiegel lassen sie aber trotzdem steigen. (Foto: sonyachny / AdobeStock)


Wenn Sie Namensreaktionen lieben, ist der heutige Eintrag im DAZ-Adventskalender ein Festschmaus. Ansonsten wird es blutig enden.

War Mario Amadori ein Held in einem Computerspiel? Oder ein bedeutender Literat in der Epoche der Romantik? Nein, Pharmazeuten und Bäcker wissen: Der Mann mit dem klangvollen Namen Mario Amadori (1886 bis 1941) war ein pharmazeutischer Chemiker, der sich hauptsächlich als Entdecker der Amadori-Umlagerung einen Namen machte. Diese chemische Reaktion beschreibt den zweiten Schritt einer nicht enzymatischen Bräunung, der Maillard-Reaktion, die in unserem Adventskalender bereits am 9. Dezember näher beleuchtet wurde. Bei der Amadori-Umlagerung werden die im ersten Schritt gebildeten Glycosylamine durch Erwärmen in Arylaminoketosen umgelagert. Diese Umlagerung entspricht demnach einer Isomerisierung von Aldosen (Monosacchariden) und ist für die Aromen und die braune Kruste beim Weihnachtsbraten, bei Plätzchen oder beim Brot verantwortlich.

In weniger köstlichem Rahmen läuft diese Reaktion von Kohlenhydraten und Aminosäuren auch in unserem Blut ab, bei der blutzuckerabhängigen Bindung von Glucose an das Hämoglobin A (Glykierung). Gemessen werden kann das Ausmaß der Amadori-Umlagerung zwischen Blutglucose und dem Eisen-haltigen Blutfarbstoff über den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c. Dieser spielt bei der Diagnose und Kontrolle von Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle.

Frage: 

 Mit welcher Aminosäure reagiert β-Hämoglobin, damit das stabile Ketoamin HbA1c entsteht?

Die Antwort lautet:

Wird die Aminosäure Valin mit β-Hämoglobin glykiert, heißt das entstandene Ketoamin HbA1c.


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