DAT-Tag 2

Digitales, Nachhaltigkeit und Besuch vom Minister

23.09.2021, 09:00 Uhr

In diesem Jahr wurde beim DAT digital abgestimmt. (Foto: Schelbert)

In diesem Jahr wurde beim DAT digital abgestimmt. (Foto: Schelbert)


Auch heute ist das DAZ-Team beim Deutschen Apothekertag vor Ort und im Livestream dabei und berichtet hier im Live-Ticker. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch des Bundesgesundheitsministers. 

Live

Sortierung chronologisch

08:59

Guten Morgen ...

... aus Düsseldorf. Wir starten hier gleich in den zweiten Tag des DAT. 

09:21

Verzögerungen im Betriebsablauf

Die Antragsberatung läuft immer noch nicht. Grund ist die Schlange vor dem Eingang, weil es wegen des anstehenden Ministerbesuchs verschärfte Sicherheitskontrollen gibt. 

09:26

Standing Ovations für den ehemaligen DAV-Chef

Der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich dankt seinem Vorgänger Fritz Becker für seine Arbeit. Es gibt stehenden Applaus der Delegierten. 
 

09:36

Gemeinsames Lernen für angehende Ärzte und Apotheker 

Mit großer Mehrheit nahmen die Delegierten einen Antrag an, im Pharmazie- und Medizinstudium mehr gemeinsame Lehre stattfinden zu lassen zur Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit. Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung wurde der Wunsch, das Thema in die Approbationsordnung aufzunehmen, gestrichen. Der Antrag wurde kontrovers diskutiert, weniger allerdings aus inhaltlichen Gründen, sondern weil es 2016 schon einmal einen ähnlichen Beschluss gegeben habe und warum man das jetzt nochmal beschließen müsse. Das Argument, jetzt noch einmal ein Zeichen in diese Richtung zu setzen, schien dann aber doch die Mehrheit zu überzeugen. 

10:06

Spahn ist da

Jens Spahn ist soeben eingetroffen. 

10:07

autor

10:09

„Sie haben unter Beweis gestellt, dass Sie unverzichtbar sind“

Spahn spricht über die letzten Monate, die für viele hart waren. Deutschland sei im  Vergleich zu anderen Ländern aber gut durch die Pandemie gekommen. Man habe zu jedem Zeitpunkt alle Patienten versorgen können. Es sei auch dem letzten Deutschen bewusst geworden, wie stark das Gesundheitswesen sei. Zu diesem gehörten auch die Apotheken: „Sie haben unter Beweis gestellt, dass Sie unverzichtbar sind“.

10:13

„Apotheke vor Ort ist unverzichtbar, gerade wenn es drauf ankommt“

Spahn lobt die Desinfektionsmittelherstellung in den Apotheken. Apotheken seien für jeden einzelnen, aber auch national unverzichtbar. „Ich möchte ausdrücklich und sehr bewusst, ein ehrliches Dankeschön aussprechen.“
 

10:17

125.000 Euro Umsatzplus für jede Apotheke

Ihm sei klar, dass Applaus und Dank allein nicht reichen, so Spahn weiter. Deswegen seien aber 125.000 Euro Umsatz mehr für jede Apotheke im Schnitt auch angemessen und fair. Da stehe er weiterhin zu jeder Entscheidung. 

10:24

„Impfzertifikate schneller als jedes Digitalprojekt des Bundes“

„Nennen Sie mir ein Digitalprojekt des Bundes, das in so kurzer Zeit beschlossen und umgesetzt wurde wie die Impfzertifikate“.

10:30

„Wenn Sie mich lassen, ändern wir nächstes Jahr die Approbationsordnung“

Spahn thematisiert, Gesundheitsberufe zukunftsfähig machen zu müssen. Er erwähnt die PTA-Reform und die Änderung der Approbationsordnung der Ärzte. Für die Aussage „wenn Sie mich lassen, ändern wir nächstes Jahr die Approbationsordnung“, erntet er Lacher.

10:36

Spahn dankt für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre

Zum Schluss dankt Spahn den aktuellen und vorherigen Verantwortlichen in der Standesvertretung für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre. Man habe einiges angestoßen, man sei nicht immer einer Meinung gewesen, aber am Ende gemeinsam für Entscheidungen eingestanden. 
Nun startet die Diskussion. 

10:52

„Sie haben exzellente Arbeit geleistet“

Der erste Beitrag aus dem Auditorium ist voll des Lobes für Spahn. Er habe exzellente Arbeit geleistet, so Krankenhausapotheker Frank Dörje aus Bayern. Dafür wolle er sich bedanken. 

10:59

Festbeträge statt Rabattverträge?

Auf die Frage, ob man die Pandemieregeln in Bezug auf die Arzneimittelabgabe verstetigen könne – „geben Sie uns dieses Instrument in die Hand, wir gehen verantwortungsbewusst damit um“, sagt Spahn, dass man in seinen Augen über Preisbildung bei Generika grundsätzlich wieder reden könne. Man könne durchspielen, ob mit anderen Instrumenten als den Rabattverträgen die gleichen Effekte erzielt werden können. Auf den Einwand des Moderators, dass das eine Kernforderung der Linken sei, Rabattverträge abzuschaffen und durch ein Festbetragssystem zu ersetzen, sagt Spahn: „Die können ja auch mal richtig liegen“.

11:05

Honorar für Zertifikate: Spahn räumt Fehler in der Kommunikation ein

Doch es gab nicht nur Lob: Für die nachträgliche Kürzung des Honorars für die Impfzertifikate gab es herbe Kritik. Man hätte das vorab kommunizieren müssen, hieß es. Spahn gab unumwunden zu, dass man das anders hätte handhaben müssen. Das haben ihm auch die Standesvertreter klar so kommuniziert. „Das kann ich auch nicht schönreden“, so Spahn. 

11:33

Erhöhung des Basishonorars

Aus dem Auditorium kam die Forderung nach einer Erhöhung des Basishonorars, damit Apotheken weiter leistungsfähig sein können. Spahn wies darauf hin, dass er schon mehrfach die Frage gestellt habe, ob die Apotheken den Weg, so vom Packungshonorar abhängig zu sein, weitergehen wollen. Oder ob sie lieber mehr Honorar im Bereich der Dienstleistungen haben wollen. Letzteres ist für ihn der präferierte Weg

11:38

„Ich rede mit dem niederländischen Kollegen über die Überwachung der Versender“

Jens Spahn hatte vor einiger Zeit versprochen, das Thema Überwachung der niederländischen Versender anzugehen. Ein Delegierter erkundigte sich nach dem Stand der Dinge. Spahn erklärte, dass es diesbezügliche Gespräche mit dem Kollegen jenseits der Grenze gebe. „Jedes Mal, wenn ich ihn treffe, spreche ich es an“, so Spahn. In seinen Augen ist die Awareness gewachsen. Er könne allerdings auch nur Gespräche führen. 

11:58

„Was soll der Fototransport?“

Peter Froese erkundige sich, warum es, neben dem Ausdruck des QR-Codes und der Übertragung des E-Rezeptes, über die Gematik-App einen dritten Weg der E-Rezept-Übertragung geben muss, nämlich als Foto. Das ist in seinen Augen das Einfallstor für Amazon und Co.. Spahn antwortete schwammig, dass es ja allein die Entscheidung des Patienten sei, was mit dem Rezept passiere.

12:07

Overwiening: Das hat uns allen gut getan

ABDA-Präsidentin Overwiening lobt zum Abschluss die Diskussion und dass der Minister sich Zeit genommen hat. „Sie haben gesagt, dass man uns vertrauen kann und das können Sie. Wir wollen, wie Sie gesagt haben, den Wandel mitgestalten, dafür brauchen wir aber sichere Rahmenbedingungen.“ Sie würde sich freuen, Spahn beim nächsten DAT wieder begrüßen zu bedürfen, so Overwiening. 

13:37

Attraktivität des PTA-Berufs

Aktuell diskutieren die Delegierten einen Antrag, der die Attraktivität des PTA-Berufs erhöhen soll. Demnach soll die Attraktivität des Berufs der PTA in der öffentlichen Apotheke erhöht werden, beispielsweise durch Modelle, die in einer Arbeitsgruppe erarbeitet werden, die u. a. aus Vertretern der Berufsgruppe der PTA und der Apothekerschaft zusammengesetzt ist. 
Von mehreren Delegierten wurde klargemacht, dass es dabei nicht um die Vertretungsbefugnis geht, sondern um andere Möglichkeiten. 
Hier wurde vor allem um die Formulierung gefeilscht, ob im Antrag Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen stehen sollen. Die formale Kritik: Weiterbildung haben nur Apotheker:innen. Die Befürworter argumentieren inhaltlich, dass eine Weiterbildung über eine Fortbildung hinausgehe und daher erforderlich sei. Am Ende kann man sich auf „Fortbildungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen“ einigen. Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen. 

14:03

Eine pharmazeutische Patientenakte: ePA light

Ein Antrag aus Schleswig-Holstein fordert, dass die gesetzgeberischen Voraussetzungen für ein apothekenübergreifendes pharmazeutisches Dossier für alle Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden sollen. Es soll eine Art Alternative zur ePA werden, in der alle Arzneimittelabgaben für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig vom Versicherungsstatus, egal ob Rx oder OTC gespeichert werden. Die ePA ist nämlich freiwillig und die pharmazeutische Historie wird auch nur 100 Tage gespeichert. Die Gegner des Antrags sprechen sich allerdings eher dafür aus, die ePA auszubauen.  

14:38

Adhoc-Anträge zur Digitalisierung

Ein Adhoc-Antrag, unter anderem aus Bayern, spricht sich für apothekereigene Versorgungsforschung zum Beispiel durch das DAPI aus. Er wird angenommen. Ein weiterer zielt in eine ähnliche Richtung: Die Apothekerschaft soll selbst oder über eines ihrer Tochterunternehmen strukturiert Daten zu den pharmazeutischen und wirtschaftlichen Aktivitäten der Apotheken vor Ort sammeln und diese für interne oder externe Verwertung im Sinne der Versorgungsforschung nutzbar machen und so den Mehrwert und zukünftige Tätigkeitsfelder für die Apotheke vor Ort belegen bzw. erarbeiten. Dazu könnte beispielsweise die ohnehin schon vorhandenen Schnittstellen der WaWis verwendet werden. Dieser Antrag wird in den Ausschuss verwiesen. 

15:02

Aktive Gestaltung der Telepharmazie 

Ein  Antrag der AK Nordrhein spricht sich dafür aus, die Zukunft der Telepharmazie aktiv zu gestalten und dabei mit Dienstleistungsservices aufzuladen, bevor es andere Anbieter außerhalb der Apotheke tun. „Wir müssen den Patient:innen erklären, was Telepharmazie ist, nicht DocMorris“, so Kammerpräsident Hoffmann. Nach längerer Diskussion muss ein denkbar knapper Antrag zu GO, ob der Antrag in den Ausschuss verwiesen werden sollte, wiederholt werden, da ein Teil der Delegierten aus dem W-LAN geflogen war. Bei der Wiederholung wird er abgelehnt. Ein weiterer Antrag zur GO auf Ende der Beratung wird angenommen. Im Anschluss wird der Antrag abgelehnt.

16:09

Was wurde aus der Honorarkommission?

Anlässlich eines Antrags, der die notwendige Weiterentwicklung des Apothekenhonorars fordert, kommt die Frage auf, zu welchem Ergebnis der zu diesem Zweck geschaffene Arbeitskreis bei der ABDA kam. Die Antwort von Geschäftsführer Schmitz: „Wir haben ein paar Jahre beraten und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Honorar verbessert werden muss.“ 

17:06

Retax: nicht mehr Null, sondern nur noch der wirtschaftliche Schaden

Die Möglichkeit zur Retaxation soll dahingehend geregelt werden, dass die Krankenkassen aufgrund eines Abgabe- oder Abrechnungsfehlers der Apotheke, der zu keiner Beeinträchtigung der berechtigten Interessen des Versicherten geführt hat, nur in den Fällen und in der Höhe eine Rechnungskürzung aussprechen dürfen, in denen einer Krankenkasse ein nachzuweisender wirtschaftlicher Schaden entstanden ist.

17:10

Lässt die Arztsoftware Fehler zu?

Der GKV-Spitzenverband muss einheitliche Prüfkriterien für die Korrektheit elektronischer Verordnungen mit allen an der Arzneimittelversorgung Beteiligten gleichlautend vereinbaren. Das fordert ein Antrag aus Schleswig-Holstein. Hintergrund ist, dass aktuell die Gefahr besteht, dass die Arztsoftware Rezepte zum Beispiel mit einem Datum etwa 1921 zulässt, das RZ diese aber ablehnt, weil das Datum falsch ist. Daher müssten überall die selben Filter sein. Der Antrag wurde angenommen. 

17:22

Der DAT neigt sich dem Ende zu 

Offiziell noch etwa 40 Minuten. Die Diskussionsfreude lässt sichtbar nach. 
 

17:29

Bürokratieabbau, Vereinfachung des Verfahrens zur Präqualifizierung etc. 

Die Anträge werden jetzt im Schweinsgalopp abgearbeitet. 

17:40

Nachwuchsgewinnung und Nachwuchsförderung 

Es wird einstimmig beschlossen, ein abgestimmtes und ineinandergreifendes Konzept zur Nachwuchsgewinnung und Nachwuchsförderung zu entwickeln und umzusetzen.
Gefühlt gibt es jedes Jahr eine Antrag in diese Richtung.  

18:11

Auf Wiedersehen in München

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening hebt in ihrem Schlusswort die vertrauensvolle Atmosphäre der Veranstaltung hervor. Dabei habe es auch eine Portion Heiterkeit gegeben. Der sichtbare Zusammenhalt motiviere sie. Sie beendet den Deutschen Apothekertag 2021 und lädt zum DAT 2022. Dieser soll vom 14. bis 16. September in München stattfinden. Zuvor hatten die Delegierten dafür gestimmt, den DAT 2022 unter dem Schwerpunkt "Klimawandel, Pharmazie und Gesundheit" auszurichten.


Deutsche Apotheker Zeitung
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Spahn

von Gert Müller am 23.09.2021 um 16:32 Uhr

Als was will Frau O. denn Herrn Spahn nächstes Jahr auf den Deutschen Apothekertag begrüssen ? Als Gleichstellungsbeauftragten ?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Spahn

von Conny am 23.09.2021 um 11:04 Uhr

Unglaublich der erste Beitrag schon wieder. Übrigens für viele Delegierte : Umsatz ist nicht gleich Gewinn, nur mal so

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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