Ein Comic der Offizinqueen

Apotheke light – die Folgen für das Apothekenteam

13.10.2023, 11:00 Uhr


Am heutigen Freitag bekommt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening die Chance, mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach über die Zukunft der Apotheken zu sprechen. Was die jüngst bekannt gewordenen Liberalisierungspläne des Ministers für die Apothekenteams bedeuten würden, hat Apothekerin Antonie Hansen – in Social-Media-Kreisen bekannt als die Offizinqueen – in einem Comic zusammengefasst.

Apotheken ohne Apotheker:innen, Notdienst und Rezeptur – sollte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Ende September vorgestellten Pläne wahr machen, dürfte das weitreichende Folgen haben. Kurz vor dem Deutschen Apothekertag präsentierte er seine Ideen für eine Apothekenreform im Interview mit der FAZ. Nicht nur inhaltlich, sondern auch was den Kommunikationsstil betrifft, empfindet die Apothekerschaft seinen Vorstoß als einen Schlag ins Gesicht.

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Am heutigen Freitag empfängt der Minister nun nach langem Hin und Her ABDA-Chefin Gabriele Regina Overwiening zum Krisengespräch. Zu hoffen ist, dass die Präsidentin gute Argumente im Gepäck hat, weshalb die Liberalisierungspläne die Arzneimittelversorgung der Menschen in Deutschland verschlechtern statt verbessern würden und wie es gelingen kann, die flächendeckende Versorgung aufrechtzuerhalten, ohne derartige qualitative Einschnitte in Kauf zu nehmen.

Für Antonie Hansen aus Neumünster in Schleswig-Holstein steht fest: Attraktiver werden die Apothekenberufe durch solche Umwälzungen sicher nicht. Die Apothekerin und Filialleiterin dürfte Social-Media-affinen Kolleginnen und Kollegen unter dem Namen die Offizinqueen bekannt sein – regelmäßig postet sie auf Instagram und Facebook selbst gezeichnete Comics zu aktuellen Apothekenthemen. Für die DAZ hat sie sich mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen das Vorhaben des Ministers auf die einzelnen Berufsgruppen in den Apotheken sowie das eingespielte Teamgefüge haben könnte.

„Wir haben aktuell ein sehr gut funktionierendes Apothekensystem, in dem sich die alle Mitarbeiter, die in der Apotheke vor Ort arbeiten, gegenseitig ergänzen und unterstützen“, ist sie überzeugt. „Ein echtes Dreamteam.“ Der Vorschlag Lauterbachs, fürchtet sie, könnte eine Kerbe in dieses System schlagen. „Er spielt nicht nur die Berufsgruppen gegeneinander aus, sondern sorgt definitiv nicht für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung.“ In der Apotheke light werde durch das Fehlen des Labors das Tätigkeitsfeld der PTA deutlich eingeschränkt. „Der Beruf wird dadurch durchaus unattraktiver“, warnt Hansen. Ihre Gedanken hält sie in einem kleinen Comic fest, den Sie am Seitenanfang als Bildergalerie finden. Klicken Sie sich durch!


Deutsche Apotheker Zeitung
redaktion@daz.online


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