Im Januar, aber wann genau?

Noch kein Liefertermin für den Impfstoff von Novavax

Stuttgart - 13.01.2022, 15:15 Uhr

Für Januar ist der Impfstoff von Novavax zugesagt. (Foto: Girts / AdobeStock)

Für Januar ist der Impfstoff von Novavax zugesagt. (Foto: Girts / AdobeStock)


Seit kurz vor Weihnachten ist die COVID-19-­Vakzine Nuvaxovid, der Impfstoff des US-Unternehmens Novavax, in der EU zugelassen. Es ist die fünfte hierzulande zugelassene Vakzine gegen COVID-19 und die erste auf Proteinbasis. Sehnsüchtig erwartet wird er insbesondere von Menschen, die den neuartigen mRNA- und Vektor-Impfstoffen misstrauen. Einen fixen Liefertermin gibt es allerdings bislang nicht.

Wann kommt der Impfstoff von Novavax? Diese Frage stellen sich vor allem diejenigen, die bezüglich der derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffe auf mRNA- oder Vektorbasis Bedenken oder Vorbehalte haben. Bereits im August hat die EU-Kommission sich in einem Vorabkaufvertrag bis zu 200 Millionen Dosen von Nuvaxovid gesichert. Im Dezember ist dann die Zulassung erfolgt. Die ersten Dosen sollen „voraussichtlich im Januar in Europa ankommen“, hieß es damals. Ähnlich äußerte sich auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): „Wir haben vier Millionen Impfdosen bestellt und rechnen mit einer Lieferung im Januar“, kündigte er in einer Pressekonferenz an.

Januar scheint zu stehen, aber nur wann? Das ist bislang nicht klar. So hat beispielsweise Großhändler Phoenix seinen Kunden die Lieferung im Januar zugesagt, Genaueres weiß man aber offenbar dort nicht. Die Noweda weist Ihre Kunden im Rahmen ihrer Informationen zur Bestellung der Corona-Impfstoffe darauf hin, dass dem Großhandel noch keine detaillierten Informationen darüber vorliegen, wann Nuvaxoxid von Novavax verfügbar sein wird.

Was ist an dem Impfstoff anders?

Während bei den mRNA- oder Vektorimpfstoffen lediglich der „Bauplan“ für das Antigen, das virale Spikeprotein verimpft wird, das der Körper dann selber bilden muss, hat Novavax für seinen Corona-Impfstoff direkt das Protein selbst als Basis gewählt: Nuvaxovid nutzt als Antigen rekombinant hergestelltes Spikeprotein, das aus dem Wildtypvirus von SARS-CoV-2 abgeleitet wurde. Hergestellt wird das rekombinante Spikeprotein mithilfe von Baculoviren, die den Bauplan für das Spikeprotein enthalten, in Insketenzelllinien. Da jedoch hochgereinigte Proteine in Untereinheitenimpfstoffen oft keine ausreichende Immunabwehr im Körper hervorrufen, versetzt Novavax seine COVID-19-Vakzine zusätzlich mit einem Adjuvans auf Saponinbasis (Matrix M1-Adjuvans). Auch das ist kein Unbekanntes: So enthält der seit 2018 in Europa zugelassene Gürtelrose-Impfstoff Shingrix ebenfalls ein Adjuvans auf Saponinbasis.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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6 Kommentare

Todimpfstoff Novavax

von Gabriele Starck am 15.01.2022 um 9:39 Uhr

Ich kann mich nur mit diesem Impfstoff impfen lassen (med. Gründe Hautarzt) aber keiner kann mir sagen ob der Hausarzt Novavax auch bestellen kann .
Mein Mann und ich möchten so schnell wie möglich geimpft werden.

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Nuvaxovid Liefertermin

von M. Pieper am 14.01.2022 um 11:46 Uhr

Wir warten seit Monaten auf den Impfstoff. Wir sind keine Impfgegner. Wir nehmen schon seit Monaten nicht mehr am öffentlichen Leben teil. Hier wollen die Ärzte den Wirkstoff nicht bestellen. Das Impfzentrum schieb es auf den Kreis und der Kreis auf das Impfzentrum und keiner weiß was. Österreich macht es vor. Dort kann man jetzt schon vorreservieren, damit der Impstoff schnell und geplant an die Menschen kommt. Unsere Politiker schlafen in Ruhe weiter. Aber das ist ja nichts neues.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Nuvaxovid Liefertermin

von Anke am 14.01.2022 um 15:54 Uhr

Ich sehe es 1:1 wie Sie und warte auf genau diesen Impfstoff … wahrscheinlich muss der Rest der bislang zugelassenen Impfstoffe verimpft werden, da die Haltbarkeit abläuft… es ist nicht zu fassen was die Pharmaindustrie und Politik sich erlaubt … (Kopfschütteln)

AW: Nuvaxovid Liefertermin

von Klaus Nienhaus am 15.01.2022 um 10:34 Uhr

Ich habe den Eindruck das es so gewollt ist. Alleine die erste Lieferung von nur 1.75 Millionen dosis ist ein Witz und nicht ausreichent. Wissen die Menschen eigentlich das es einen richtigen Totimpfstoff bereits vor allen anderen Vakzinen gab. Und der kam sogar aus Deutschland. https://www.impfkritik.de/pressespiegel/2021072601.html

Ein Trauerspiel

von Andreas H. am 14.01.2022 um 11:29 Uhr

Die Pandemiebekämfung stünde an erster Stelle, heißt es, die Impfquote maximieren hat sich unsere Politik seit Monaten zum Ziel gesetzt, und beklagt ständig die stagnierenden Zahlen.
Und nun, in Zeiten, in denen Lieferketten in der Industrie quasi auf die Minute getaktet und planbar sind, kann der Liefertermin bzw. die Verfügbarkeit dieses ersehnten Impfstoffes für die letzten Impfwilligen nichtmal auf den Monat genau ermittelt werden?
Dies ist ein weiteres Zeugnis kollektiven Versagens und völliger Inkompetenz des Krisenstabs. Sowas von peinlich.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Ein Trauerspiel

von Kathrin am 14.01.2022 um 16:41 Uhr

Richtig mal sehen ob das mit Vakneva das selbe Spiel wird.

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