Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

09.01.2022, 07:30 Uhr

Was bringt uns das neue Jahr? Da liegt noch viel in den Sternen... (Foto: Alex Schelbert)

Was bringt uns das neue Jahr? Da liegt noch viel in den Sternen... (Foto: Alex Schelbert)


4. Januar 2022

Mit der geplanten Änderung der Coronavirus-Impfverordnung und -Testverordnung werden u. a. die Details zur Durchführung der Corona-Impfung in Apotheken geregelt. Sie sieht vor, dass wir impfenden Apothekers pro verabreichter Covid19-Impfung genauso viel bekommen wie die Arztpraxen, nämlich werktags 28 Euro und am Wochenende 36 Euro. Das geht auch von Seiten der ABDA in Ordnung, wie aus ihrer Stellungnahme dazu hervorgeht. Sie merkt allerdings an, dass für Impfungen gegen Covid-19 ebenso wie gegen Grippe keine Umsatzsteuer fällig wird, was in die Begründung zur Verordnung aufgenommen werden sollte. Kritik von Seiten der ABDA gibt’s allerdings bei der Vergütung für die Bereitstellung der in der Apotheke verimpften Vials (7,85 Euro netto je Durchstechflasche). Da die Apotheken keine Möglichkeit haben, ihre Verbrauchsmaterialien als Praxisbedarf zu beziehen, so wie es die Arztpraxen tun, führt dies zu einer niedrigeren tatsächlichen Honorierung der apothekerlichen Impfleistung. Mein liebes Tagebuch, so geht’s natürlich nicht. Und daher schlägt die ABDA vollkommen zu Recht eine leicht erhöhte Vergütung von 8,58 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Vial vor, um solche Ausgaben gegenzufinanzieren. Worauf unsere Standesvertretung u. a. auch hinweist: In der Coronavirus-Impfverordnung sollte auch klargestellt werden, dass es Apotheken erlaubt sei, externe Räumlichkeiten außerhalb der Apothekenbetriebsräume zu nutzen – da sollte eine Ausnahmegenehmigung vom apothekenrechtlichen Grundsatz der einheitlichen Betriebsräume erteilt werden. Auch bei der Geltungsdauer der einzelnen Verordnungen (Coronavirus-Impfverordnung, der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung und des § 20b IfSG) fehlt eine Verzahnung, was zu rechtlichen Konflikten führen könnte. Mein liebes Tagebuch, hoffen wir, dass das Bundesgesundheitsministerium diesen Hinweisen und Vorschlägen folgt. Auch wenn die  Verordnungen und Gesetzesänderungen mit heißer Nadel gestrickt sind, sollten sie nicht zu Nachteilen für die Apotheken führen.

 

Das orale Covid-19-Arzneimittel Molnupiravir (Handelsname Lagevrio) zur Behandlung von nicht hospitalisierten an Covid-19 erkrankten Personen ist auf dem Markt – aber von EMA und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch nicht zugelassen. Es darf aber trotzdem auf Rezept verordnet werden, Apotheken dürfen es auf eine ärztliche Verordnung hin bestellen und abgeben, sich aber nicht damit bevorraten. Also, mein liebes Tagebuch, da gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten. Weil die Einnahme von Molnupiravir innerhalb von fünf Tagen nach Einsetzen von Covid-19 Symptomen beginnen sollte, muss also alles rasch gehen: die Verordnung, die Bestellung, die Belieferung und die Einnahme. Wenn die Arztpraxis die Bestellung bereits telefonisch durchgibt, darf die Apotheke das Präparat bereits beim Großhandel bestellen. Nur mit der Abrechnung  muss man sich noch Zeit lassen – sie wird monatlich erfolgen. Die Arzneimittelpreisverordnung gilt für dieses Präparat nicht. Die Apotheke wird für das Handling mit Molnupiravir 30 Euro plus Umsatzsteuer erhalten und, falls per Botendienst ausgeliefert wird, zusätzlich 8 Euro inklusive Umsatzsteuer. Der Großhandel bekommt  einen Betrag von 20 Euro plus Umsatzsteuer, den die Apotheke mit abrechnet und dann an den Großhandel weiterleiten muss. Abgerechnet wird über die Apothekenrechenzentren, ausgezahlt werden die Beträge vom Bundesamt für Soziale Sicherung, das sich das Geld aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds holt. Für das gesamte Prozedere wird der Deutsche Apothekerverband in Kürze einen Leitfaden entwickeln. Mein liebes Tagebuch, 30 Euro bzw. 38 Euro inklusive Botendienst für die Abgabe dieses Präparats sind nicht zu hoch bemessen, denn wir Apothekers leisten dafür mehr als nur die Logistik. Die Arzneimittelkommission hat einen Beratungs- und Dokumentationsleitfaden erstellt, der auflistet, was von apothekerlicher Seite bei der Abgabe zu tun ist. Anhand einer Checkliste kann die qualitätsgesicherte Beratung und Abgabe erfolgen. Die Apotheke muss dem Patienten auch ein Begleitschreiben der Firma MSD mitgeben und die „Hinweise für den Anwendenden“, die über die Website des BfArM heruntergeladen werden können. Außerdem sollten die Apotheken auch beim Monitoring mithelfen und aktiv z. B. Nebenwirkungen erfragen und an die AMK melden.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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15 Kommentare

Symbiose neu entdecken

von Reinhard Rodiger am 09.01.2022 um 19:47 Uhr

Klar ist, dass Mitarbeiter gut bezahlt werden müssen.Aber, es muss auch möglich sein ohne Selbstausbeutung.Mir ist unverständlich, warum die schwindende Arbeitgeberzahl und damit die verringerte Auswahl so unverstanden bleibt.
Mitarbeiter ohne Interesse an der langfristigen Lebensfähigkeit der Betriebe (und ihrer Eigenen) machen sich gemein mit der Politik von Staat und Standesvertretung, die diese weitgehend (ca 50%) strukturell abschaffen wollen und fördern den Abbau.Diese Positionierung ist die wichtigste Ursache für den Fachkräftemangel.Wer engagiert sich in Bereiche, die von oben und von unten abgeschrieben werden?
Es besteht doch kein Zweifel, dass der Weg in Richtung Minimierung des notwendigen Personals geht, ohne die Frage nach den Folgen zu stellen.Je mehr die Zahl der Betriebe sinkt,desto mehr sinkt die Notwendigkeit, auf Mitarbeiterinteressen Rücksicht zu nehmen.Die Beispiele liegen vor in USA UK etc. Automatisierung und Entprofessionalisierung sind die Leitplanken.Am Ende steht ein Logistikzentrum.
Soll Flächendeckung nicht nur Monstranz sein, ergibt sich die Frage nach der Neuentdeckung der hierzu notwendigen Symbiose.Die Abhängigkeit von der Betriebszahl ist unübersehbar.Ohne Betriebe keine Arbeitsplätze mit Rüchsichtsinteresse. Konzentration fördert die Alternativlosigkeit. Eben kein Spielen mehr, nur dulden oder aufhören.Gute Perspektive?
Ein bisschen weit gespannt, aber es wird wohl deutlich, dass es ohne Veränderung der Sichtweise nicht geht.Derzeit gilt "the winner takes it all". Wer das nicht will, sollte sich mit diesen Gedanken beschäftigen oder gleich aufhören.

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Nachwuchs

von Bernadette Buchholz am 09.01.2022 um 18:18 Uhr

Bei dem doch sehr engen NC für das Studienfach Pharmazie müsste vielleicht mal nachgearbeitet werden…Mediziner können sich als Landärzte verpflichten und haben so leichteren Zugang zum Studium…gutes Beispiel

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Nachwuchs

von Michael Reinhold am 09.01.2022 um 21:05 Uhr

Der limitierende Faktor beim Studiengang Pharmazie ist die Anzahl der Praktikumsplätze - da ändert ihr Vorschlag leider gar nichts.

Außerdem: Eine Apotheke auf dem Land ist ja eh schon nicht wirklich lukrativ und oftmals sogar defizitär. Würden Sie sich als Abiturient es daher wirklich ans Bein binden lassen, dass Sie in den ersten zehn Jahren nur eine Landapotheke übernehmen dürfen, sofern Sie sich innerhalb dieses Zeitraums selbstständig machen würden?

Und selbst, falls ich mit 18 Jahren so einen Vertrag unterschrieben haben sollte, dass ich mich in den ersten zehn Jahren nur auf dem Land selbstständig machen darf: Es kann mir ja keiner verbieten, dass ich mich mit meinem Abschluss halt dann auf die Industrie bewerbe oder erstmal zehn Jahre angestellt arbeite. Das wäre aus der Sicht eines Richters "unverhältnismäßig".

Daher denke ich, dass Ihr - sicherlich gut gemeinter Vorschlag - komplett ins Leere verlaufen würde.

Erwähnen will ich noch, dass einige Universitäten mittlerweile die Zugangsberechtigung über Auswahlgespräche geöffnet haben - für Personen, die den NC nicht schaffen. Das empfinde ich als eine gute Idee.

Die Gehaltsfragen und Tarife und warum vieles so ist wie es ist

von Dr.Diefenbach am 09.01.2022 um 18:16 Uhr

Liest man die unterschiedlichen Kommentare heute(endlich mal wieder!!),dann wird die Diskrepanz zwischen "Einzelbetrieben" und
"Kleinketten" immer deutlicher; die Betriebsergebnisse von 2020 und 2021 dürften das Bild stark verzerren,es ist allgemein bekannt,
dass die Einmaleffekte eben als solche anzusehen sind.Es KANN nicht jeder testen,es KANN und WILL nicht jeder impfen.Es WERDEN
in einigen Jahren eben zunächst noch 15 ooo Betriebe übrig sein, was übrigens auch -egal ob es einem passt oder nicht-der seinerzeitigen
Freigabe zur Filialbildung geschuldet ist!!Schaut man sich die "Bestimmer" in unseren Berufsorganisationen an:Da sind mittlerweile so
Viele mit 3-x Apotheken vertreten, dass völlig andere Denkstrukturen die Perspektive bestimmen.Immer mehr und noch mehr. KollegInnen wie
hier ab und zu im Einzelnen dargestellt mit wirklich brillanten Aktivitäten können derartiges nur leisten, weil familiäre Power dahinterstehen dürfte.Ich unterstelle das mal.Es heisst aber auch, dass KollegInnen die nicht aus "Dynastien "stammen,es immer schwerer haben werden, sich selbständig zu machen.
Und dann sind wir bei den Tarifen:"Oben" scheint kaum vorstellbar, dass "unten" eine sicher nicht kleine Zahl Probleme haben kann und ggf. haben wird,
diese Tarife mitzutragen.Ich stelle ausdrücklich fest;Die Entgelte sind GERECHTFERTIGT!!!Aber halt ein Problem, weil es "oben" nach 17 Jahren
nie gelang, eine Honorarerhöhung durchzuziehen, weil bei einem "Eigenbestand" von x-Betrieben vieles abgefedert wird,Konditionen anders sind,Netzwerke
anders sind usw.Somit rutscht das System Apotheke mehr und mehr in Amazon Gefilde .Das ist real zu sehen, keine Negativbilanz wie sicher gleich gedacht wird.
Dieser Beruf der sich in einer Pandemie wie wir sie haben, mehr als exzellent schlägt, ist NICHT in der Lage,seine Leistung SO wie verdient honoriert
zu bekommen! Ich kenne etliche mit Grossbetriebssystemen,die ihren MitarbeiterInnen die Coronasonderzahlung vorenthalten.Weil es immer MEHR werden muss.
Ich sehe hier deutliche Parallelen zu unserem Gesamtsystem:OBEN und UNTEN entfernen sich immer mehr voneinander,die Scholz-Leier,dass die Gesellschaft
nicht gespalten ist, sie wird doch täglich konterkariert.Insgesamt braucht unser Stand eine Neuorganisation mit 5 -6 Verbänden und andere Kammerstrukturen,
sofern das möglich ist.Weil diese Form in die Schräglage geraten wird, wenn "unten" mehr und mehr Einzelakteure verschwinden,die bei starren Rahmenbedingungen
die Tarifpolitik !! nicht schultern können.

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AW: Die Gehaltsfragen und Tarife und warum

von Karl Friedrich Müller am 09.01.2022 um 19:36 Uhr

Bravo. Ergänzen möchte ich das noch mit dem Hinweis auf , tja, entstehende „Kooperationen“, die viele Apotheken vereinen. So ist ganz in der Nähe eine „neue“ erschienen mit 9 oder 10 Apotheken, bei denen mir vom Erscheinungsbild gar nicht klar ist, ob die Kollegen wirklich selbstständig sind. Es entstehen Strukturen („oben“), wie finanziert?, aggressiv und so nicht vorgesehen. Ich halte das für sehr bedenklich.

Toll, was so ein Journalist alles weiß

von Karl Friedrich Müller am 09.01.2022 um 10:50 Uhr

: Es gibt einen neuen Gehaltstarif – die Betriebe werden es verkraften.
Denke eines Angestellten? Oder Rentner.
Im letzten LAV Heft stand ein Artikel über die wirtschaftliche Situation der Apotheken, wie es ohne Corona Effekte aussieht: Rx und Packungszahlen 2-3%gesunken, OTC gar um 50%, wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe.
Die Verhandler wissen ganz genau, wie es wirklich aussieht. Das bedeutet, dass Angestellte mehr bekommen, die Leitung weniger.
Als ich anfing, war die Rohgewinnspanne der Apotheken so 33% oder sogar mehr. Heute sind es 23%, damit ein Drittel oder 33% weniger.
Da wird von Manchen argumentiert, man seiE.K. Unternehmer usw.
Wirklich? Wir sind in ein enges Korsett gepresst. Man lässt uns nicht kaufmännisch tätig sein. Rabatte im Einkauf verboten, nur Rabatte geben erlaubt von einem seit 17 Jahren festgefrorenen Honorar. Das immer mehr Dienstleistungen inkludiert. Ein Mehr kann durch Kannibalismus generiert werden. Manche Geschäftsidee basiert darauf. Immer mehr Rabatte, wohin soll das führen?
Ich gönne den Mitarbeiterinnen jeden Cent mehr. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass es keine Balance gibt. Für die Apotheken explodieren die Kosten. Der Wert sinkt. Nun werden noch mehr Apotheken unverkäuflich.
Man kann sich nun tatsächlich überlegen, ob verkaufen oder zusperren jetzt der richtige Weg wäre.
Hat sich mal einer Gedanken gemacht, wo das alles hinführt? Klinken, Praxen überlastet - kaum Nachfolger. Auch in anderen Branchen sie es so aus. Lokale, Geschäfte schließen oder haben verkürzte Öffnungszeiten. Auf einen Handwerker wartet man ewig. Lieferengpässe. Der Bürger wird allein gelassen, Hauptsache der DAX steigt. Das muss die tolle Freiheit der FDP, der Ampel, der Politik sein, die den Bürger immer mehr ausblendet.

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AW: Toll, was so ein Journalist alles wei

von Reinhard Rodiger am 09.01.2022 um 14:29 Uhr

Auf den Punkt gebracht!
Wenn nur noch Grösse und das Grösserwerden zählt, hat der Bürger das Nachsehen.Er degeneriert zum reinen Zahlobjekt. Wer in der falschen Region lebt, hat schlechte Karten.Nur etwa die Hälfte lebt in Gegenden mit (noch) ausreichender Kaufkraft oder "ausreichender" Frequenz.Ausdünnung der Servicestellen ist die Leitlinie.Persönliche Umsicht wird entwertet und Automatisierung regiert immer mehr. Exponentiell zunehmend.Jedenfalls schwindet persönlich zuordenbare Verantwortung zugunsten alternativloser Absahnsysteme.Dort braucht es (vermeintlich) wenig Personal.Ohne perspektivreiche Ausbildung.
Die resultierende Frage hat schon jemand gestellt: "Wenn Roboter alles übernehmen, was tun WIR dann? " (ein Kind aus Peking nach Gigerenzer.)
Ihre Konsequenz stimmt: Raus aus politisch nicht gewollten Tätigkeiten.Die Frage bleibt, wer das Loch füllt.

3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent Inflation ?

von Ulrich Ströh am 09.01.2022 um 10:04 Uhr

Stimmt ,Herr Ditzel ,
Apotheke muss man sich leisten können…

Auf der anderen Seite :
Wenn die Inflation bei aktuell
5,3 Prozent bleibt, was keiner weiß ,
dann hat die ADEXA für 2023 schlecht verhandelt.

Vereinbarte 3 Prozent Gehaltserhöhungen 2023 bedeuten
dann erneute Reallohnverluste für unsere Mitarbeiter.

Und der Mitarbeitermangel in Präsenzapotheken wird sich folglich
künftig noch verschärfen.

Folglich:
Der Deutsche Apothekerverband muss nun endlich bessere angepasste Apothekenhonorare durchsetzen.

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AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von PTA am 09.01.2022 um 12:40 Uhr

Sehr geehrter Herr Ströh,
Danke für diese Sichtweise !!!!
Immer darf man nur lesen wie auch bei Herrn Müller OTC gesunken, .... doch warum schreibt man nicht, welche Zusatzeinnahmen die Apotheken durch Corona verbuchen dürfen ( Bewilligungsscheine für Masken, digitale Impfzertifikate,..). Immer heißt es nur die Ausgaben für Mitarbeiter sind zu hoch, Apotheker können sich dies nicht leisten, der Mitarbeiter verdient mehr als der Inhaber usw. Doch wer sind die Menschen, die den Umsatz und den Gewinn einer Apotheke erwirtschaften, die ihre Empathie und Persönlichkeit einbringen und die sich regelmäßig fortbilden, um mit Wissen und Kompetenz ihrer Verantwortung gereicht zu werden.
Mitarbeiter sind Menschen und keine Waren, und die sich auch fragen müssen - wie zahle ich meinen Lebensunterhalt; auch in den Zeiten der Inflation - so wie Sie es sehr deutiich zum Ausdruck gebracht haben,

AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von Karl Friedrich Müller am 09.01.2022 um 14:47 Uhr

@PTA:
Natürlich haben Sie recht. Darum ging es mir aber nicht. Die Gehälter müssen und sollen steigen. Es muss auch ein Ausgleich her. Ja, die Corona hat uns Zusatzeinnahmen gebracht. Das sind Einmaleffekte, vermutlich. Die Löhne müssen auch aus dem normalen Einnahmen finanzierbar sein. Wenn ich hier meine persönliche Handlungsweise anführen darf: ich hab einen großen Anteil der Zusatzeinnahmen an die Mitarbeiter verteilt, weil ich sie brauche, weil ich sie mag, weil sie die Seele der Apotheke sind, ich ohne sie aufgeschmissen wäre und, wie erwähnt, ich denen jeden Cent gönne. Ich bin schuldenfrei und kann es mir leisten. Ich werde auch die Erhöhung entsprechend prozentual weitergeben.
Die Frage ist dennoch: wohin soll die Reise gehen? Nicht für mich, sondern den Nachfolgern meiner Generation

AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von Anita Peter am 09.01.2022 um 16:05 Uhr

@ Herr Müller

Durch ( wohlverdiente ) Lohnerhöhung für die MA und die ausbleibende Honorarerhöhung für die Apotheken ist doch eigentlich klar wohin die Reise geht -> Es werden sich noch weniger in die Selbstständigkeit wagen. Warum auch? Angestelltendasein wird attraktiver, Selbstständigkeit unattraktiver.
Und den lieben MA sei auch gesagt da Chef und MA in einer Symbiose leben und nicht der Chef auf die MA angewiesen ist. Kein Chef mehr -> Arbeitsplatz weg. Dann muss man evtl längere Wege zum neuen Chef in Kauf nehmen, nicht mehr die gleichen angehmen Arbeitszeiten usw usw usw...

Es geht nur noch über den Kannibalismus. Da hat sich unser alter Häuptling ja mal verplappert -> Finger weg von der uneteren Hälfte ( = Buden ). Nur die obere wird überleben.

AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von Stefan Siebert am 09.01.2022 um 17:06 Uhr

@Frau Peter

Aha, der Chef ist nicht auf seine Mitarbeiter angewiesen.
Selten so gelacht.

AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von Michael Reinhold am 09.01.2022 um 17:26 Uhr

@Herr Siebert: Nicht grämen. Ich musste ebenfalls bei der Wortwahl "lieben MA" schmunzeln und dass der Chef nicht auf die Mitarbeiter angewiesen wäre.

Frau Peter spricht von "Symbiose". Was sie aber tatsächlich meint ist "Parasitismus" - so bezeichnet man das ja, wenn der Wirt nicht auf den Symbionten angewiesen ist. ;-)

AW: 3 Prozent Steigerung bei 5 Prozent

von PTA am 09.01.2022 um 18:04 Uhr

@Herr Müller
Danke für Ihre Stellungnahme. "Wohin soll die Reise gehen ?? " sicher eine interessante Frage, vorallem im HInblick und das kommende eRezept und die Präsenz von DocMorris etc auf dem digitalen Markt. Ein politisches Thema - mit mehr Wettbewerbsgleichberechtigung zw. Internet und Vorort Apotheke.
Aber lese ich die Ausführungen von Frau Peter - .... "den lieben MA sei auch gesagt das Chef und MA in einer Symbiose und nicht der Chef auf die MA angewiesen ist". Ich denke hier sind keine weiteren Worte nötig - gegenseitige Wertschätzung, ein Fremdwort? Ich nehme diese Worte mit großem Bedauern zur Kenntnis und denke diese Ausführungen sind in Zeiten vom Fachkräftemangel sehr weit von der Realität entfernt!
Aber es verdeutlicht vieles!

Mehr Attraktivität für Apothekenberufe

von H.K. am 09.01.2022 um 9:18 Uhr

Fachkräftemangel auf der einen Seite und eine notwendig gewordene Gehaltstariferhöhung auf der anderen Seite; dies damit nicht mehr der Sachverhlalt vorliegt, das PKA Berufsanfänger nach 3jähriger Ausbildung bald Mindestlohn verdienen würden. In Deutlschkand die freiwillige Möglichkeit der Corona Bonuszahlung von 1500€, in Österreich 2000€ verpflichtend. Nicht jammern leistungsgerechter bezahlen - damit Apothekenberufe wieder aktiver werden.

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