Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

28.11.2021, 07:30 Uhr

I had a dream: Apotheken, die gegen Covid-19 impfen und helfen, die Welle zu brechen. (Foto: Alex Schelbert)

I had a dream: Apotheken, die gegen Covid-19 impfen und helfen, die Welle zu brechen. (Foto: Alex Schelbert)


E-Rezept ab 1. Januar 2022? Ja, aber nur wenn’s technisch geht. Aber es geht nicht. 3G am Arbeitsplatz! Ja, muss kontrolliert und dokumentiert werden. Immer noch ungeimpft? Dann muss ein aktueller offizieller Antigentest vorgelegt werden, keine Online- und Selbsttests. Warum nicht lieber impfen? Die Ampel will mehr Fortschritt wagen – und Kürzungen für umsatzstarke Apotheken? Die Kammern wollen keinen Fortschritt wagen und am liebsten nur eine SMC-B-Karte pro Apotheke: digitaler Fortschritt trifft auf altes Zunftrecht. Auch beim Impfen gegen Covid-19: pandemische Notlage trifft auf Standesrecht. Apotheken wollen impfen, unterstützt von vielen Politikern und sogar vom RKI, aber Bedenkenträger verhindern es. So kommen wir nicht weiter. 

22. November 2021

Also, das E-Rezept kommt – aber nicht wirklich. Nun ja, mein liebes Tagebuch, so richtig hat wohl auch keiner damit gerechnet, dass uns die Patientinnen und Patienten zum Stichtag 1. Januar 2022 nur noch QR-Codes vorlegen und alles rund läuft. Es klemmt noch bei den technischen Voraussetzungen: Viele Arztpraxen sind noch lange nicht E-Rezept-ready. Die Ärzte werden weiterhin rosa Papierrezepte ausstellen, bis sie dann irgendwann zum E-Rezept – selbstverständlich auf Papier ausgedruckt – übergehen können. Und jetzt hat sich wohl auch bei der Gematik ein alter technischer Standard bei der Gematik-Signatur gezeigt. Außerdem wird bemängelt, dass die Signaturen keinen qualifizierten Zeitstempel nutzen, was zum Beispiel zur Folge haben könnte, dass Betrüger mit einem gestohlenen HBA dann E-Rezepte ausstellen und diese zurückdatieren, sodass sie nicht als falsch erkannt werden. Aufgrund der veralteten Signaturen würden sich die Krankenkassen wohl weigern, für die Verordnungen zu bezahlen. Mein liebes Tagebuch, da ist Nachbesserung dringend angesagt, was sichtlich nicht so rasch möglich sein wird. Daher möge nun das Bundesgesundheitsministerium aktiv werden und verordnen, dass die Kassen die E-Rezepte als valide anerkennen müssen, auch wenn die Signaturprüfung fehlschlägt. Und wie wäre es, mein liebes Tagebuch, wenn ehrlicherweise die E-Rezept-Einführung um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 2022 verschoben wird? So wie sich das zurzeit anlässt, ist das Chaos vorprogrammiert.

 

Jetzt ist’s amtlich: 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, auch in der Apotheke. Dass man die 3G-Regel erfüllt, geht natürlich nicht auf Zuruf. Ob man geimpft, genesen oder getestet ist, muss überprüft und dokumentiert werden. Natürlich muss eine genesene oder geimpfte Person nicht täglich ihr Zertifikat vorlegen, aber die Nachweise müssen für etwaige behördliche Kontrollen jederzeit greifbar sein. Nicht Geimpfte beziehungsweise nicht Genesene müssen täglich ihren negativen Teststatus nachweisen. Der Schnelltest kann als Selbsttest vor Ort unter Aufsicht der Apothekenleitung oder einer von ihr beauftragten Person erfolgen und dokumentiert werden. Im DAZ.online-Beitrag sind die wichtigsten FAQs zum Thema 3G am Arbeitsplatz aufgelistet.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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4 Kommentare

Helfen?

von Ulrich Ströh am 28.11.2021 um 9:03 Uhr

-Fast 3000 Apotheker*Innen haben die Impfschulung erfolgreich und stehen bereit .…
-In Schleswig-Holstein bringt derzeit ein pharmazeutischer Großhändler zusammen mit 20 Apotheken ein Modellprojekt
zur Grippeimpfung auf die Straße …

Und in Deutschland steigen täglich ungebremst die Inzidenzzahlen.

Zeit zum schnellen Umdenken beim Impfen in der Apotheke?

Wie würden wir als Apotheken öffentlich wahrgenommen,
wenn wir beim Impfen jetzt tatkräftig helfen würden?

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Helfen

von Hermann Eiken am 28.11.2021 um 12:57 Uhr

Sie haben recht, Herr Ströh! Sind Apotheker und Apothekerinnen Heilberufler? Dann müssen sie gerade jetzt ihre Aufgabe in der Prävention erfüllen und mit impfen! Die Politik muss umgehend den Weg frei machen, auch gegen den Widerstand der Ärztevertreter. Deren Alleinvertretungsanspruch ist anmaßend und nur von eigenem unangebrachten Geltungsbedürfnis geprägt. Es ist offensichtlich, es geht nur um Macht und Geld.

AW: Helfen

von Reinhard Rodiger am 28.11.2021 um 20:19 Uhr

Wir haben in der Tat die Chance,als Nothelfer einen öffentlichkeitswirksamen Job zu machen.
Es ist offensichtlich unklug,das nicht zu nutzen.
Nur ist es gleichzeitig evident,dass über solche wirtschaftlich unübersichtlichen Projekte gerne die
Grundlage aus dem Fokus gerät.Die „neuen Chancen“ gründen auf Abbau der Basis.
Jedenfalls in der Fläche.Geht es nicht eigentlich um eine angemessene Balance zwischen Alltag und Zusatzaufgaben? Fokussierung auf exklusive Nothilfeoptionen darf nicht zur politisch gewünschten
Vernachlässigung der Grundlage führen.Und genau das deute sich an.

.

von Anita Peter am 28.11.2021 um 8:21 Uhr

Also wir fassen zusammen: Das erezept verschlingt Unmengen an Geld, stiftet nichts als Chaos und am Ende erhält der Patient statt eines rosa Zettels einen weissen Zettel mit QR Code.

Wenn es denn wenigstens in ein neues Euphemismus Gesetz gegossen worden wäre: Das "Gute Versender Gesetz". Denn nur deswegen kommt das erezept. Spahn kann jetzt in Ruhe sein gewünschtes Kind adpotieren, denn politisch kann man nur sagen : Mission completed!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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