Gerüchte um Douglas

Parfümeriekette will angeblich Arzneimittelversender Disapo kaufen

München - 23.11.2021, 17:50 Uhr

Die Parfümeriekette Douglas hält einen Arzneimittelversender für eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Geschäftsaktivitäten. (Foto: IMAGO / Michael Gstettenbauer)

Die Parfümeriekette Douglas hält einen Arzneimittelversender für eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Geschäftsaktivitäten. (Foto: IMAGO / Michael Gstettenbauer)


Übernimmt die Parfümeriekette Douglas den niederländischen Arzneimittelversandhändler Disapo? Einen entsprechenden Medienbericht bestätigt das Unternehmen nicht. Ein solcher Schritt würde allerdings ins Konzept der Düsseldorfer passen, denn Douglas zeigt seit Längerem Interesse an Gesundheitsartikeln und baut sein Onlinegeschäft stetig aus.

Douglas plant Kauf einer Onlineapotheke“, schreibt das Manager Magazin. Das Digitalbusiness solle gestärkt und Douglas für einen möglichen Börsengang hübsch gemacht werden. Konkret heißt es in dem Beitrag des Wirtschaftsmagazins über Douglas-Chefin Tina Müller: „Sie will verschreibungspflichtige Arzneimittel verkaufen und prüft den Kauf einer Onlineapotheke. Als möglichen Kandidaten hat sie Disapo.de ausgemacht, eine niederländische Tochter der Pforzheimer Internetholding Brands Commerce Group. Im Raum steht ein Preis in niedriger dreistelliger Millionenhöhe.“

Douglas teilt auf Anfrage mit, dass man Marktspekulationen grundsätzlich nicht kommentiere. Zusätzlich heißt es allerdings: „Schönheit und Gesundheit rücken immer stärker zusammen, weshalb sich Douglas zusehends zu einer integrierten Beauty- und Gesundheitsplattform entwickelt. So bieten wir heute insbesondere in unserem Online-Shop bereits eine breite Auswahl an rezeptfreien Apothekenprodukten („OTC“) (sic!) an. In diesem Sinne kann eine Online-Apotheke eine sinnvolle Ergänzung zu unseren bisherigen Geschäftsaktivitäten sein. Dies gilt umso mehr aus der Perspektive, dass dem Online-Apothekengeschäft ein enormes Wachstum vorhergesagt wird und dass Douglas im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie eine sehr große E-Commerce-Kompetenz aufgebaut hat, die wir hier einbringen könnten. Wir prüfen fortlaufend unsere strategischen Optionen.“

Entwicklung zum Digitalunternehmen

Douglas betreibt über 2.000 Filialen und vertreibt über 130.000 Schönheits- und Pflegeprodukte. Das 1821 in Hamburg gegründete Unternehmen blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: 1969 wurden die damals sechs Douglas Parfümerien vom börsennotierten Süßwarenhersteller Hussel übernommen. 1989 trat die Douglas Holding AG an die Stelle der Hussel Holding AG. Ab Mitte der Neunzigerjahre forcierte Douglas seine Expansion in Europa und eröffnete im Jahr 2000 seinen ersten eigenen Online-Shop.

Nach der Übernahme von Douglas durch die Familie Kreke und dem Private-Equity-Investor Advent International im Jahr 2012 wurde die Douglas Holding AG von der Börse genommen. 2015 ging die Parfümerie Douglas dann zu 85 Prozent an den Finanzinvestor CVC Capital Partners, während die Familie Kreke weiterhin 15 Prozent am Unternehmen hielt. 2020 stellte Douglas den digitalen Beauty-Handel ins Zentrum seiner Wachstumsstrategie und entwickelte sich nach seinem eigenen Selbstverständnis vom Händler mit Online-Shop zum Digitalunternehmen mit stationärem Geschäft.

Die Versandapotheke Disapo wurde 2005 von Franz Michael Peikert gegründet und wird heute gemeinsam mit der Familie Kraus geführt. Das Disapo Logistikzentrum befindet sich im niederländischen Herleen nahe Aachen.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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