Niedrigster Stand seit der Wiedervereinigung

Apothekenzahl in Bayern fällt unter 3.000

Berlin - 07.10.2021, 12:15 Uhr

Auch in Bayern sinkt die Zahl der Apotheken weiter. (b/Foto: picture alliance/dpa | Martin Gerten)

Auch in Bayern sinkt die Zahl der Apotheken weiter. (b/Foto: picture alliance/dpa | Martin Gerten)


Pharmazeutische Dienstleistungen als Chance

Auch die Einführung bezahlter pharmazeutischer Dienstleistungen sieht Hubmann als Chance, den Apothekerberuf wieder attraktiver zu machen. Dazu zählten etwa die intensive Beratung zu bestimmten medizinischen Hilfsmitteln, Präventionsleistungen oder ein anspruchsvolles Arzneimittelmanagement für Patienten, die mehrere Arzneimittel benötigen. „Die finanziellen Mittel für pharmazeutische Dienstleistungen sind sogar gesetzlich bewilligt“, unterstreicht der Verband in seiner Mitteilung. „Allerdings weigern sich die Krankenkassen bislang, auf die Angebote der Apothekerschaft einzugehen.“

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Ein weiterer Grund für sinkende Apothekenzahlen ist der Fachkräftemangel. Es werde für Apotheken immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Auf Dauer kann die Arbeit in der Apotheke jedoch nicht alleine bewältigt werden. „Eine Lösung wäre, die Anzahl der Pharmaziestudienplätze zu erhöhen“, sagt Hubmann. Das müsse auf Länderebene geschehen.

Gerade die Corona-Pandemie habe die Bedeutung der Apotheken vor Ort gezeigt, erinnert der BAV. Sie blieben in allen Krisenphasen geöffnet und haben die Bevölkerung schnell und wohnortnah mit Arzneimitteln versorgt. Apotheken haben zudem innerhalb kurzer Zeit zusätzliche Versorgungsaufgaben übernommen, wie die Herstellung von Desinfektionsmitteln, als diese knapp wurden, die Versorgung mit Schutzmasken, die Durchführung von Antigentests oder die Versorgung mit COVID-19-Impfstoffen. Hubmann: „Die Struktur einer Versorgung durch inhabergeführte Apotheken vor Ort hat sich bewährt und ihre Krisenfestigkeit bewiesen.“



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Honorarkürzung!

von Thomas Eper am 09.10.2021 um 11:55 Uhr

Wie wir alle wissen wurde unser Packungshonorar seit 17 Jahren nur um 3% erhöht.
Inflationsbereinigt entsprich das einer Honorarkürzung um ca. - 40%! Mal nur so zum Vergleich: Ärzte hatten in der gleichen Zeit ca. +50%!

Von der Politik kommen nur Absagen bzgl. Honoraranpassung; Begründung: die angespannte finanzielle Situation bei den Krankenkassen.
(Sind die Milliarden-Überschüsse eigentlich plötzlich verschwunden, oder werden diese nur verschwiegen?)
Interessanter Weise gilt diese finanzielle Situation bei der Anpassung der Ärztehonorare nicht!

So lange wir weiterhin eine Honorarkürzung hinnehmen müssen, brauchen wir uns über das Apothekensterben und mangelnden Nachwuchs bei den selbständigen Kollegen nicht wundern!

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Zeichen verkannt

von J.M.L. am 08.10.2021 um 8:22 Uhr

Wenn eine sichere Arzneimittelversorgung wirklich gewünscht wäre, wäre es ein Einfaches gewesen, wie in den meisten europäischen Ländern auch hier das rx-Versandverbot durchzusetzen, diese Chance ist nun vertan. Was wir sehen ist die Konsequenz der Politik von Hr. Spahn. Ich kann jeden verstehen, der sich gegen die Selbstständigkeit entscheidet.

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