Update nach mehr als zwei Monaten

Wie läuft es mit den E-Rezepten in der Fokusregion?

Stuttgart - 09.09.2021, 07:00 Uhr

Seit Kurzem können von teilnehmenden Arztpraxen in Berlin und Brandenburg elektronische Verordnungen ausgestellt werden. Diese können dann von den Patient:innen in teilnehmenden Apotheken eingelöst werden.  Aber klappt das wirklich? (c / Foto: Schelbert)

Seit Kurzem können von teilnehmenden Arztpraxen in Berlin und Brandenburg elektronische Verordnungen ausgestellt werden. Diese können dann von den Patient:innen in teilnehmenden Apotheken eingelöst werden.  Aber klappt das wirklich? (c / Foto: Schelbert)


In Berlin und Brandenburg, der sogenannten Fokusregion, können seit Anfang Juli von teilnehmenden Arztpraxen elektronische Verordnungen ausgestellt werden. Die können dann von den Patient:innen in teilnehmenden Apotheken eingelöst werden. Zumindest theoretisch – denn wie viele E-Rezepte bereits ausgestellt und eingelöst wurden, will von offizieller Stelle niemand sagen. Auch konnten wir bislang keine Apotheke ausfindig machen, die eines bekommen hat.

Ab dem kommenden Jahr sollen E-Rezepte die „normalen“ rosa Rezepte – das Muster 16, wie es offiziell heißt – ersetzen. Bevor es ernst wird, soll natürlich getestet werden. Berlin und Brandenburg wurden zur Fokusregion erklärt, seit 1. Juli können sich Patient:innen in teilnehmenden Arztpraxen theoretisch elektronische Rezepte ausstellen lassen und sie in teilnehmenden Apotheken einlösen. Ab dem 1. Oktober soll das Ganze dann bundesweit ausgerollt werden, zunächst noch freiwillig, ab dem 1. Januar 2022 dann verpflichtend. Ein durchaus ambitionierter Zeitplan.

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E-Rezept als „neues Beispiel gescheiterter Digitalisierung“?

Nach mehr als zwei Monaten haben wir nun versucht, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Mit mäßigem Erfolg. Denn darüber, wie es in der Fokusregion bislang läuft, sind die Informationen spärlich. Auf die Fragen, wie viele E-Rezepte bislang ausgestellt wurden und wie viele Arztpraxen und Apotheken eigentlich mitmachen, wollten oder können die beteiligten Apothekerverbände Berlin und Brandenburg nicht antworten. Die ABDA verweist direkt an die Gematik. Ebenso die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Shop Apotheke, die ebenfalls beteiligt ist. Von der Gematik heißt es, dass die Testphase momentan noch laufe. Diese werde wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Nach Beendigung könne man Auskunft zu den Teilnehmenden und Ergebnissen geben, so die Gematik auf Anfrage der DAZ. Weiter heißt es: „Aktuell finden die Tests planmäßig noch in einer begrenzten Anzahl von Arztpraxen und Apotheken statt. Dieses Vorgehen wurde bewusst gewählt, um in einem abgesteckten Rahmen alle Funktionalitäten des E-Rezepts – von der Verordnung in der Arztpraxis über die Medikamentenausgabe in der Apotheke bis zur Abrechnung bei der Krankenkasse zu überprüfen und zu testen. Nun wird die Anzahl der Praxen und Apotheken, die an der Testphase teilnehmen, nach und nach erhöht, um die bundesweite Einführung des E-Rezepts vorzubereiten. Im bisherigen Verlauf der Testphase konnten schon wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, Anpassungsbedarfe wurden identifiziert, entsprechende Änderungen direkt erfolgreich vorgenommen.“



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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3 Kommentare

Digitalisierung

von J.M.L. am 10.09.2021 um 8:16 Uhr

Rohrkrepierer ist das richtige Wort, alleine die Cannabis und Dronabinol-Abrechnungen sind so komplex, undurchsichtig und verschwurbelt dass man den Hash-Code samt retournierter fehlerhafter Abrechnungsrückmeldung an die Wand klatschen könnte !

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Das wird nix

von Gabriele Demuth-Eberle am 09.09.2021 um 16:11 Uhr

Das ganze ist doch ein Rohrkrepierer. Das wird nie und nimmer was mit dem Termin. Warum kann sowas nicht parallel laufen bis alles klappt? Z.B. mit dem Token auf dem Muster 16, damit man auch beliefern kann, wenn das E-Rezept nicht funktioniert. Warum muss immer alles in einer Hau-Ruck-Aktion enden? Denkt in der Potitik vielleicht mal jemand nach? Wär ja zu schön...

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Danke

von Johannes Berlitz am 09.09.2021 um 9:14 Uhr

Danke an die Berliner und Brandenburger. Wenn Sie so weitermachen, kann es sein, dass wir um diesen Scheiß (Entschuldigung) herumkommen.

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