Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

04.04.2021, 07:44 Uhr

Die Osterfrage: Was ist unsere apothekerliche Arbeit wert? Die ABDA wird diese Frage endlich anpacken müssen. (Foto: Alex Schelbert)

Die Osterfrage: Was ist unsere apothekerliche Arbeit wert? Die ABDA wird diese Frage endlich anpacken müssen. (Foto: Alex Schelbert)


31. März 2021

Ja, ja, so sind sie, die Grünen, im Nachhinein wissen sie alles besser. Beispiel: Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Maria Klein-Schmeink, kritisierte im Gespräch mit ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening den Bundesgesundheitsminister dafür, dass er sich für Apotheken als Ausgabestelle für FFP2-Schutzmasken entschieden hat. Nach Ansicht von Klein-Schmeink wäre diese Aufgabe zum Beispiel bei den Drogerien besser aufgehoben gewesen. Mein liebes Tagebuch, ist mal wieder eine echt super-grüne Aussage, so sind sie halt. Auch wenn Klein-Schmeink nachschiebt, dass sie nicht die Apotheken angreifen wolle, sagte sie auch, dass die Apotheken die teuerste Struktur gewesen seien, die man hätte wählen können. Sie ist zudem der Auffassung, die Krankenkassen hätten die Masken-Ausgabe auch anders regeln können: statt Berechtigungsscheine einfach Masken verschicken. Mein liebes Tagebuch, wir wissen, dass es schon gefühlt eine Ewigkeit dauerte, bis die Kassen die Bezugsscheine versandt hatten, wie lange hätte es dann wohl gedauert, bis die Kassen die Masken eingepackt, adressiert und versandt hätten? Und so hielt unsere ABDA-Präsidentin Overwiening der Grünen entgegen: Die Kassen wären nicht ansatzweise in der Lage gewesen, „das flächendeckend hinzukriegen in der Qualität und zu dem Preis, wie wir es gemacht haben“. Den Vogel schießt Klein-Schmeink mit ihrem Hinweis ab, dass es in bestimmten Drogerien FFP2-Masken schon für rund 1,50 Euro je Stück gebe. Klar, mein liebes Tagebuch, und bei Lidl gibt’s die derzeit für 88 Cent. Aber im Dezember und Januar war das Preisgefüge ein anderes. Und wie gut die Grünen-Politikerin über die flächendeckende Verbreitung von Drogeriemärkten informiert ist, zeigte sie mit ihrer Frage: „Gibt es diesen Drogeriemarkt nicht genauso oft um die Ecke wie die Apotheke?“ Oh weh, mein liebes Tagebuch, so sind sie die Grünen. Overwiening zeigte sich entsetzt von solchen Ideen: „Wir waren ganz stark unterwegs“, so die ABDA-Präsidentin, „das hätte kein Drogeriemarkt geschafft.“ Richtig!

 

Die Pandemie-Sondervorschriften bleiben uns noch eine Weile erhalten, denn die epidemische Lage von nationaler Tragweiter hat noch immer Bestand. Das hat unser Gesetzgeber entschieden und das „Gesetz zur Fortgeltung der die epidemische Lage betreffenden Regelungen“ im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Im Übrigen muss der Bundestag alle drei Monate neu darüber entscheiden, ob die epidemische Lage weiterhin Bestand hat. Nun, mein liebes Tagebuch, zu diesen Sonderregelungen gehören auch einige Vorschriften, die die Apotheken betreffen, beispielsweise die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung, die zum Ziel hat, wiederholte Arzt- oder Apothekerbesuche zu vermeiden. Eine Apotheke darf daher beispielsweise in den Fällen, in denen sie ein verordnetes beziehungsweise rabattbegünstigtes Arzneimittel nicht vorrätig hat, ein anderes wirkstoffgleiches in der Apotheke vorrätiges Arzneimittel abgeben. Mein liebes Tagebuch, das klingt doch alles sehr vernünftig – solche Regelungen könnten doch auch nach Corona erhalten bleiben… 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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3 Kommentare

Warum

von Karl Friedrich Müller am 05.04.2021 um 11:34 Uhr

Sollen die Apotheken dem GH die Vergütung vorstrecken? Wo ist der Widerstand? Wir sind keine Bank, die Kredite vergibt, wir haben selbst genug Probleme.
Nicht noch eine Finanzierung, die wir schultern sollen! Herstellerabschlag zum Beispiel.
Wenn Zusagen nicht eingehalten werden, sind wir wieder die Gekniffenen!
NEIN, NEIN, NEIN
Ich erwarte hier eine deutliche Stellungnahme der Standeszertretung.
So wie es aussieht, existiert die nur noch auf dem Papier. Ich dachte immer, nach Schmidt kann es nicht schlimmer werden....,,

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Warum

von Karl Friedrich Müller am 05.04.2021 um 11:42 Uhr

Ey und was soll das mit der Herstellungserlaubnis nein „Abpacken“ der Vials? Wird da eine Mücke zum Elefanten gemacht?
Was packe ich ab? Ich gebe die Vials einfach weiter? Die werden keine 10Minuten in der Apotheke sein. Doku und raus!
Oder ist das Wichtigtuerei der ABDA?

Wie war das nochmal ...... ?

von Bernd Jas am 04.04.2021 um 8:46 Uhr

Guten Morgen Herr Dirzel,

wo sie grad´ sagen: ...." denn das eine ist ein Netto-, das andere ein Brutto-Betrag."
Mit dem Bretto und Nutto haben unsere Politiker es nicht so, die wervechseln das schon mal; selbst als Banker nicht wie man wieder mal sieht.
Die sollten besser alle samt ihre Finger aus der Wirtschaft halten.
Jeder Selbstständige kriegt das kalte Grausen und währe bei solchem Verständnis so schnell pleite, wie Sie Insolvenz sagen können.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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