Ostersymbole und Pharmazie (Episode 2)

Das Osterei – die bunte Überraschung

Korntal-Münchingen - 03.04.2021, 07:00 Uhr

Für viele ist es an Ostern Tradition, dass (vorwiegend) Kinder bunte Osterei suchen. Diese werden dann meist auch gegessen. Doch wie viele Eier sind gesund? (Foto: Floydine / stock.adobe.com)

Für viele ist es an Ostern Tradition, dass (vorwiegend) Kinder bunte Osterei suchen. Diese werden dann meist auch gegessen. Doch wie viele Eier sind gesund? (Foto: Floydine / stock.adobe.com)


Ein Osterfest ohne bunte Ostereier? Einfach unvorstellbar! Eier symbolisieren in vielen Kulturkreisen das Leben und den Neuanfang. Bemalt und gefärbt beglücken sie nicht nur Kinder, sondern es steigt auch ihre Ritualkraft. In der Pharmazie begegnen wir dem Hühnerei bei der Impfstoffherstellung. Außerdem ist das Eidotter eine Quelle für Lecithin.

Im Christentum steht das hartgekochte Ei – leblos und kalt – für den Tod und das Grab Jesu Christi. Eine rot gefärbte Schale verweist auf das geflossene Blut. Das Öffnen der Eierschale soll an das leere Grab am Ostermorgen erinnern. Gleichzeitig ist das Ei aber auch ein Symbol für Wiedergeburt und Leben. Generell ist das Ei in vielen Kulturen dieser Welt Sinnbild für Fruchtbarkeit und Erneuerung.

Das Ende der Fastenzeit

Die klassische Fastenzeit der katholischen Kirche beginnt Aschermittwoch und endet am Ostersonntag. Der Verzehr von Fleisch, aber auch von Eiern, war in früheren Zeiten verboten. Doch die Hennen legten auch in der Fastenzeit Eier. Was tun? Zur besseren Konservierung wurden sie hartgekocht und zur Unterscheidung von rohen Eiern farbig markiert. Ostern konnte man die bunten Eier dann verschenken und in größeren Mengen verspeisen.  
In manchen Regionen war es üblich, dass die Eier am Karfreitag vom Priester gesegnet und geweiht wurden. Um die geweihten Eier von nicht-geweihten zu unterscheiden und ihnen einen Mehrwert zu verleihen, wurden sie bemalt und gefärbt. 

Versteckspiel

Im Frühjahr Eier zu verschenken, war bereits in vorchristlicher Zeit üblich – zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara und als Zeichen einer erwünschten Fruchtbarkeit. Der christlichen Kirche schien dieser Brauch jedoch sehr zu missfallen. Die Menschen suchten und fanden eine Lösung: Sie kamen auf die Idee, die Eier zu verstecken und damit „heimlich“ zu verschenken. Offenbar ist die Freude am österlichen Versteckspiel so unwiderstehlich groß, dass sie sich jahrhundertelang erhalten hat und bis zum heutigen Tag nicht nur Kinder jedesmal aufs Neue beglückt. 



Reinhild Berger, Apothekerin
redaktion@daz.online


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